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Zermatter Skilehrer: Das Gefühl für den Ski und den Gast

20.03.2013

Die Zermatter Skilehrer sind Spitze. Das beweist Peter Kronig seit Jahrzehnten. Er hat die Entwicklung von Material und Fahrtechniken hautnah mitbekommen. Manche treue Stammgäste betreut er seit Jahrzehnten. Er kennt die besten Skigebiete der Welt, aber heute fährt er am liebsten bei perfekten Verhältnissen.

„Das ist jetzt meine 53. Saison in Zermatt“, sagt Peter Kronig. Seit 1957 arbeitet er für die Schweizer Skischule Zermatt. Er spricht mit Bedacht, mit sicherem Ton. Ein Mann im reifen Alter, der wie ein gut trainierter Sechzigjähriger aussieht, der Inbegriff eines Skilehrers: gutaussehend, charmant, zuvorkommend, immer korrekt. Mit viel technischem Wissen übers Skifahren. Aber davon würde er niemandem zu viel erzählen. Er ist der Typ, der fördert, nicht fordert.

Privatgäste seit Jahrzehnten
Peter Kronig gehört zu den Skilehrern, die von der Schweizer Skischule in Zermatt eher selten vermittelt werden, im Gegenteil, er gibt Gäste ab: „Der Skischule habe ich schon viele Gäste gebracht“, sagt er. Er hat Stammgäste, die seit Jahrzehnten jeden Winter zu ihm kommen. „Ein Franzose kommt seit 30 Jahren, jetzt mit den Kindern und Grosskindern“, sagt er bescheiden lächelnd, und es ist zu spüren, dass da eine Freundschaft besteht. Eben kein Verhältnis zwischen Skilehrer und Kunde. Peter Kronig betreut Deutsche, Engländer, Amerikaner, Franzosen, Russen: „Sprachen habe je einen Sommer lang mit 17 in England und mit 18 in Frankreich gelernt", erinnert er sich. Aber nicht nur Sprachen sind gefragt, sondern auch Umgangsformen: „Wer nicht korrekt und gastfreundlich ist, hat bald keine Gäste mehr“, weiss er. Der Skilehrer ist aber oft nicht nur Lehrer, sondern vor allem Begleiter, für Gespräche, für Gesellschaft.

Unterwegs mit Berühmtheiten
Es dauert eine Zeit, bis Peter Kronig mit bescheidenem Ton zugibt: „Ja, ich habe David Bowie das Skifahren beigebracht.“ Einzelheiten würde er nie preisgeben. Auch Filmregisseure, Musiker und Bankiers liessen sich von ihm in die Kunst des Skifahrens einweisen. Mit einigen hat er auch heute noch regelmässig Kontakt. Es ist phänomenal, wie er charmant das Thema umgeht, um von seinen berühmten Gästen möglichst wenig preiszugeben.

Wenn seine Schützlinge es wünschen, fährt er auch anderswohin. Nach Gstaad oder St. Moritz. Courchevel oder Val d’Isère in Frankreich, in Aspen oder Vail in Colorado, in Whistler in Kanada, Dear oder Squaw Valley in Utha und Kalifornien. Auch zum Heliskiing in Kanada war er schon, „aber zu Pionierzeiten, Ende der 60er Jahre“, erzählt er.

Zermatt: Das ideale Skigebiet

Wenn Peter Kronig eine Einschätzung gibt, dann glaubt man ihm vorbehaltlos. Zum Skigebiet in Zermatt sagt er mit Bedacht: „Vom Skifahren her gesehen gibt es in der ganzen Welt gute Gebiete. Aber das Panorama, die Berge, da ist Zermatt einfach unschlagbar“, sagt er begeistert. Für seine Gäste kann er aber auch Rosinen picken. So zählt er auf, wo er welche Verhältnisse liebt. Für technisch gute Fahrer darf es auch mal Val d'Isère/ Tignes, Courchevel/ Méribel/ Val Thorens sein, fürs Gesellschaftliche auch Lech oder St. Anton. Aber sofort fügt er an: „Es kommt auf den Gast an was er will.“


Skifahren, eine Sache des Gefühls

Peter Kronig gehörte zu den Pionieren der Skilehrer: „Was wir früher vermittelten, hatten wir uns selber durch Gefühl, und Imitation beigebracht", erinnert er sich. Als er mit 19 Jahren den offiziellen Skilehrerkurs absolvierte, musste er „zuerst lernen, was ich bereits machte“, sagt er verschmitzt. Natürlich hat er sich weiter gebildet, hat sich viele Gedanken zur Vermittlung gemacht. So hat er 1975 in den USA einen Tennislehrer kennengelernt, wie er sagt. Das war der berühmte Bestseller-Autor von Coaching-, Business- und Sport-Performance-Literatur, Timothy Gallway, der Bücher geschrieben hat wie „The inner game of Tennis“, „The inner game of Golf“ oder „Inner Skiing“. Für Peter Kronig ist das heute noch das zentrale Thema: Mit dem bewussten Gefühl für Skikaten, Schnee und Piste. Unter der Führung eines guten Skilehrers kann man relativ schnell das Skifahren erlernen.

Über die Entwicklungen im Skibetrieb weiss er Bescheid: „Die grosse Veränderung kam mit den kurzen Carving-Skiern"; sagt er. "Das hat alles vereinfacht. Aber man kann nicht mit dem Kopf Ski fahren, nur mit Gefühl und aus dem Gefühl kommt die Freude und der viel gepriesene Rhythmus, auch Duchbruch genannt. Der Tanz auf Skiern". Natürlich würde er das einem Gast viel diplomatischer und höchstens im pädagogisch richtigen Moment sagen.

Wird man nie müde, Skilehrer zu sein? „Nein, Skilehrer ist ein schöner und anspruchsvoller Beruf. Man hat immer wieder mit anderen Menschen zu tun“, sagt der Mann mit Jahrgang 1937: „Aber heute fahre ich am liebsten nur noch aus Freude am Skifahren und den Bergen".

Die Pioniere sind in Zermatt
In Zermatt bieten acht Ski und Snowboard-Schulen ihren Dienst an. Die Matterhorn Ski & Snowboard School Zermatt / Schweizer Ski- & Snowboardschule Zermatt wurde 1929 gegründet. Damit ist sie Pionierin und die älteste Skischule der Schweiz. Sie vereinigt heute über 260 Schneesportlehrer, welche grösstenteils Zermatter sind. Sie tragen die schweizweit bekannte rote Uniform. Die Schule wird von Ralph Schmidhalter und Alex Läx Taugwalder geführt. Läx Taugwalder hat Ende Januar 2013 an der Skilehrer-Weltmeisterschaft im Riesenslalom Gold geholt. Die Skischule hat somit den besten Skilehrer der Welt. Wen wundert’s!



Zermatter Skilehrer am Synchro-Fahren

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