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Pulverschnee, Skitouren und Pulsatilla halleri

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus?“ – Frühling in Zermatt, ab 1600 m Höhe aufwärts, sieht etwas anders aus als im Unterland. Warum es trotzdem mehr gibt als ein Leben, das ausschliesslich geprägt ist vom Wechsel von Winter- und Sommersaison, und warum es sich auch im Mai lohnt uns zu besuchen, das erzählen wir hier.

„Frühlingsskifahren ist etwas vom Schönsten: Auf über 3000 Meter feinster Pulverschnee, dann Wechsel in Sulzschnee und in den unteren Lagen ist der Schnee dann sehr nass. Zu Fuss steigt man ab ins Tal, vorbei an grünen Wiesen, Leberblümchen, Schlüsselblümchen und Huflattich.“ Wenn Sie die Zermatter nach ihren Frühlingserlebnissen fragen, dann zucken sie mit den Schultern oder geraten ins Schwärmen. Im Juni kommt der Sommer mit Macht. Der Mai ist die Zeit des Übergangs von der Winter- zur Sommersaison, und viele Einheimische machen Urlaub. Bei 365 Tagen Möglichkeit Ski zu laufen, präparieren die Zermatt Bergbahnen das Sommerskigebiet. Im Dorf ist es den Bauunternehmen ausser am Wochenende und an Feiertagen gestattet, mit Baufahrzeugen durch das Dorf zu fahren. Die langen Wochenenden um Pfingsten und Fronleichnam bieten sich vor allem für einen Aufenthalt an.

Der Mai ist eine optimale Zeit für Skitouren - einer Sportart, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Zu mieten sind die speziellen Ski, mit denen man touren und fahren kann, in den Zermatter Sportgeschäften.
Hinauf geht es dann in Begleitung eines Bergführers, der Schneebrett- und Lawinengefahr kennt, zum Gornergrat oder zum Trockenen Steg mit der Gornergratbahn oder dem Matterhorn Express. Im Mai sind die gefragtesten Gipfel die Dufourspitze und das Nordend, beide im Monte Rosa Massiv und von der Monte Rosa Hütte aus zu erreichen. Beliebt sind auch das Breithorn und die Zwillinge Castor und Pollux. Man kann von der Täschhütte aus Alphubel und Rimpfischhorn besteigen, und von der Schönbielhütte aus werden Tête Blanche und Tête de Valpelline, oft als Etappe der Haute Route, in Angriff genommen. Cima di Jazzi oder Fillarhorn erreicht der Skitourengänger von der Monte Rosa Hütte aus.

Die mehrstündigen Ausflüge sind auf der Homepage des Alpin-Centers beschrieben, unter Wintertouren, denn oberhalb von 3000 Metern ist ewiges Eis.

Bereits Ende April sind die Skifahrer an den ersten Frühlingsblumen vorbeigesaust, die an den Pistenrändern blühen. Wenn mit der grössten Blütenpracht auch erst im Juli, und zwar zwischen 2000 und 2800 m Höhe, zu rechnen ist, so gibt es bereits im Mai viele Besonderheiten entlang der Wanderwege zu entdecken. Diese sind übrigens präpariert, sollten dennoch mit guten Schuhen betreten werden. Und mit Überraschungen ist in dieser Jahreszeit immer zu rechnen. Im vergangenen Jahr fielen im Mai im Weiler Findeln 2,65 m Schnee. Gehen Sie also, wenn Sie ein Schönwetter-Mensch sind, auf Wanderschaft, wenn am Täschhorn und Dom die Wolken nach Süden ziehen. Dann kommt der Wind von Nord. Südwind verspricht Föhn und starke Niederschläge. Nordwind strahlender Sonnenschein.

Bis auf 1800 m Höhe, auf dem Scheibenwaldweg von der Schlumattstrasse Richtung Winkelmatten, oder auf dem AHV-Weg zwischen Winkelmatten und Oberhäusern, findet man z.B. den gelben Huflattich, weiss und lila blühende Leberblümchen oder bis 2500 m die rote Felsenprimel, auf dem Weg von Furi nach Stafelalp – typisch für Silikatgestein. Auf dem Herbriggweg Richtung Z`Mutt treffen wir die Haller-Anemone an – benannt nach Albrecht von Haller, dem in der Aufklärung führenden Schweizer Botaniker aus Bern, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird: Pionier der Erforschung der Pflanzenwelt der Schweiz und der Alpen. Für ihn war Zermatt wichtig als botanische Fundgrube, und er hat seine Assistenten geschickt, ihm Exemplare mitzubringen, wie z. B. die Pulsatilla halleri, eine nach ihm benannte Anemone , die im Mai blüht.

Die weissen Polster der Vandelis wachsen auf Blauherd und an den Felsen unweit des Stellisees. Weinrot dagegen ist der gegenblättrige Steinbrech, der an schattig-feuchten Stellen anzutreffen ist, Richtung Trift, am Felsen.

Sobald die Wiesen trocken werden, sieht man Schmetterlinge sowie den Wiedehopf, der hier auf seinem Weg von Süden her Station macht. Die Murmeltiere sind schon lange wach: Man sieht sie z.B. neben den Skiliften in Findeln und Sunnegga oder auch oberhalb des Zermatter Bahnhofs an den Hängen. Steinböcke kommen jetzt bis an den Dorfrand und oberhalb der Flualp oder Mutt sieht man Adler kreisen. Drei Horste gibt es.

In Zermatt steigt die Vegetation höher als in anderen Gebieten der Schweiz. Die Viertausender hindern feuchte Luftmassen am Eindringen und dies ergibt ein für die Höhenlage generell niederschlagsarmes, sonniges und mildes Klima. Der Mai sowie Oktober und November sind die niederschlagsreichsten Monate, doch der Zermatter ist verwöhnt, von daher muss man vorsichtig sein, wenn er von „schlechtem Wetter“ spricht.

Im Mai beginnen die Lärchen zu blühen. Sie bilden mit der Zirbelkiefer, auch Arve genannt, den typischen Arven-Lärchenwald, der besonders am sonnigen Riffelberg zu bewundern und zu durchwandern ist. Die Arven können bis zu 1000 Jahre alt werden und kommen bevorzugt zwischen 1500 und 2000 m Höhe vor. Viele Zermatter, die sich als Burger bezeichnen dürfen, haben Möbel aus Arvenholz in ihren Häusern stehen, denn früher erhielt der Burger einen geschlagenen Baum zur Hochzeit. Das Holz ist harzreich, dauerhaft und verströmt durch verschiedene ätherische Öle einen angenehmen Duft. Die Arve vergesellschaftet sich auch mit seltenen Pilzarten wie dem Zirbenröhrling, dem Elfenbeinröhrling oder dem Helvetischen Körnchenröhrling, doch dann ist es bereits Herbst geworden.


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