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Patrouille des Glaciers - Das wohl härteste Gebirgsrennen der Welt

Die Patrouille des Glacier ist das grösste Rennen im Skibergsteigen weltweit und einer der herausforderndsten und attraktivsten Wettkämpfe im internationalen Ski-Alpinismus. Der Lauf ist einzigartig in seiner Länge, in seiner hochalpinen Höhenlage sowie im anspruchsvollen Profil der Streckenführung. Vom 21. bis 25. April 2010 liefen mehr als 4’300 Teilnehmer diesen extremen Wettlauf, bei dem über 8’000 Höhenmeter zurückgelegt wurden. Neben Soldaten der Schweizer Armee nahmen auch 22 ausländische Truppen und viele zivile Teams diese sportliche Herausforderung war. 

Zu einer dieser ausländischen Truppen gehört der Deutsche Rainer Egger, der mit seinen 52 Jahren einer der ältesten militärischen Teilnehmer der desjährigen Patrouille des Glaciers war. Schon acht Mal ist er zuvor an der Patrouille des Glaciers mitgelaufen, einmal war er als Betreuer vor Ort. Seit seiner Karriere als Biathlon-Athlet, war die PDG bisher die wohl grösste sportliche Herausforderung seines Lebens. Aber auch aus militärischer Sicht ist die PDG eine einzigartige Schulung: „Die Patrouille ist keine Übung, hier muss alles vom Anfang bis am Ende perfekt zusammenspielen. Neben dem Krieg ist die PDG die höchste Form sich zu Beweisen. Man läuft in einem Team, und so wie man im Krieg nicht alleine überleben kann, so ist man auch bei der PDG nur so stark, wie der Schwächste im Team.“ Sich in der Patrouille gegenseitig anzuspornen, zu helfen, zur bestmöglichen Leistung zu bringen, ist eine wahrhaftige Charakterschule. Grundwerte wie Kameradschaft, das Über-sich-Hinauswachsen, sportliche Fairness und Streben nach maximaler Sicherheit sind kennzeichnend für die Patrouille des Glaciers - ein echter Härtetest für Körper, Geist und Kameradschaft.
Auf die Frage, wie er für die Patrouille des Glacier trainiert, antwortet er schlicht: „Es reicht nicht, ein oder zwei Jahre für die Patrouille zu trainieren. Das Training ist eine Lebenseinstellung.“ Dass seine Teamkollegen, Jörg Rauschenberger (39) und Jörg Woitek (30) viel jünger sind als er, spielt keine Rolle. „Für die lange Distanz der Patrouille des Glaciers muss man zäh und ausdauernd sein, das sind Eigenschaften, die im Alter anhalten. Die Kondition muss jeder Läufer hart erarbeiten, egal wie alt er ist.“ Erst bei dem von der Schweizer Armee organisierten Trainingslauf, kurz vor der Patrouille, liefen die Drei zum ersten Mal im Team. 

Ihr Ziel war es, die Bestzeit der Deutschen Bundeswehr von 8 Stunden und 15 Minuten zu unterbieten und so sind sie in der Tat in 8 Stunden und 13 Minuten in Verbier eingetroffen. Das war übrigens nicht die einzige Bestzeit, die bei der diesjährigen Patrouille des Glaciers unterboten wurde: Der Zermatter Martin Anthamatten brach mit seinen Teamkollegen Florent Troillet und Yannick Ecoeur den Streckenrekord um mehr als 20 Minuten: Das Trio traf nach unglaublichen 5 Stunden und 52 Minuten in Verbier ein. Ebenso stellte die Frauenpatrouille Nathalie Etzensperger, Emilie Gex-Fabry und Marie Troillet, die Schwester von Florent Troillet, in ihrer Kategorie einen neuen Rekord auf und liefen die Strecke in 7 Stunden und 41 Minuten, 12 Minuten schneller als die schnellste Frauenpatrouille vor zwei Jahren. Die Rekorde wurden nicht zuletzt dank ausgezeichneter Bedingungen aufgestellt und so wird die Patrouille des Glaciers 2010 als Wettkampf der Rekorde in die Geschichte eingehen.

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