Zermatt: die Murmeltiere sind wach

Zermatt hat eine riesige Murmeltier-Population. Das ist ideal für Familien, die die herzigen Nager beim Frühlingserwachen beobachten möchten. Ihre Baue befinden sich in Siedlungsnähe. Das bedeutet eine kleine Wanderung, und schon können die Murmeltiere beobachtet werden.

In Zermatt heisst es, die Murmeltiere kommen am Joseftag zum Vorschein. Das ist der 19. März. Das heisst, die Murmeltiere sind jetzt schon nicht mehr so verschlafen, erkunden ihre Frühlingswelt und warten auf das Spriessen erster Kräuter, Gräser und Blumen. In den vergangenen Wochen haben sie sich aus ihrer weichen Heu-Kulle im Inneren ihres weit verzweigten Baus herausgeschält und blicken jetzt ins gleissende Frühlingslicht. Damit ist ihr sechsmonatiger Winterschlaf beendet. Im Winter sinkt ihre Körpertemperatur auf 5 Grad Celsius und das Herz schlägt nur noch rund 20 Mal pro Minute. Im Sommer sind das rund 200 Schläge.

In der Umgebung des Matterhorn-Dorfes leben gegen 1000 Murmeltiere. Ihre zahlreichen Baue sind von den Wanderwegen aus sehr gut sichtbar. Fachleute sprechen von einer Überpopulation in Zermatt. Das heisst, es hat zu viele Murmeltiere. Manche werden eingefangen und in anderen Gebieten wieder angesiedelt. Es kann auch zu Kontroll-Abschüssen durch die Wildhut kommen. Im Herbst, zur Hochwildjagd-Zeit zwischen Mitte September bis Mitte Oktober werden die Nager auch bejagt – allerdings nur in restriktiven Zonen und wo Wanderer nicht gefährdet werden.

Wenig scheue Murmeltiere

Da die Murmeltiere schlaue Kerlchen sind, haben sie ihren Lebensraum immer näher an die Siedlungen der Menschen verlegt, respektive die Siedlungen kamen immer näher zu ihnen. Da sind sie vor ihren natürlichen Feinden wie Füchsen und Adler etwas sicherer. Denn diese Beutetiere kommen ungern in die Nähe des Menschen.

Das Murmeltier, im Zermatter Dialekt auch „Murmunda“ genannt, gehört zu den Nagetieren. Wenn das Murmeltier schreit, um seine Kolonie im Umkreis des Baus zu warnen, sind seine langen gelben Schneidezähne zu sehen. Das Tier ist rund 50 cm lang und hat einen Schwanz, der rund 15 cm lang ist. Damit das Murmeltier seine langen Gänge graben kann, verfügt es über starke Vorderpfoten mit langen Krallen.

Das männliche Tier heisst Bär, das Weibchen Katze, die Jungtiere Affen, im Wallis heissen die Kleinen Kätzchen. Die Murmeltiere kommunizieren nicht nur mit Schreien, sondern auch mit Duftnoten. Dazu haben sie an den Wangen und im Analbereich Drüsen mit Duftstoffen. 

Populationen zum Beobachten

Die Zermatter Murmeltiere können schon fast als Kulturfolger bezeichnet werden. Sie siedeln gerne in der Nähe der Bergbahnen, an den Wanderwegen, an der Eisenbahn und bei Siedlungen. Wer Murmeltiere beobachtet, sollte die Tiere nicht füttern. Hunde gehören an die Leine.

Die Zermatter Murmunda leben beim Schwarzsee, am Gornergrat (Riffelberg, Riffelalp), bei Findeln, aber auch beim Hubel (Gebiet Herbrigg) und vor Furi. Zermatt hat auch einen Murmelweg – er führt von Blauherd über den Stellisee nach Sunnegga (Nr. 8, 1h10). Auch am Bahnweg zwischen Täsch und Zermatt haben sie sich etabliert. Die putzigen Tierchen können auch aus der Gondel beobachtet werden – zwischen Zermatt und Furi und im Bereich Schwarzsee. Und an vielen weiteren Orten. Wer sich ruhig hinsetzt, sich nicht bewegt, kann dem Familienleben vor dem Bau zuschauen.


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