Sprache: Deutsch
Zermatt. No matter what
 

*Zermatt / Matterhorn

Gletschergarten Dossen in Zermatt: gut zugängliche, wilde Natur

Der Gletschergarten Dossen in Zermatt ist um eine grosse Attraktion reicher. Die neu erbaute Hängebrücke über die Gornera erleichtert und verkürzt den Zugang zum Gletschergarten. Am Samstag, 18. Juni 2011, wurde sie eingeweiht. Damit ist eine weitere Etappe des Gletschergartenausbaus abgeschlossen. 

„Beim Gletschergarten Dossen oberhalb Furi handelt es sich um den grössten Gletschergarten der Schweiz“, sagt Dany Biner, Zermatter Gemeinderat. Im Mai 2011 montierte die Firma Lauber Seilbahnen aus Frutigen die 100 Meter lange und 90 Meter hohe Hängebrücke, die den Weg über die Gornera von der unteren Gandegg nach Dossen öffnet. Sie erleichtert und verkürzt den Zugang zu den rund 20 Gletschertöpfen, zum Giltsteinbruch und der Feuerstelle mit neuem Waldspielplatz. Giltstein ist auch bekannt unter den Bezeichnungen Speck-, Seifen- oder Lave(t)zstein. Die Hängebrücke ist in rund 15 Minuten ab Bergstation Furi erreichbar, der Gletschergarten ab Hängebrücke in zehn Minuten. 

Töpfe, Schliffe, Findlinge
Der Gletschergarten in Zermatt präsentiert eine urtümliche Bergwelt am Fusse des Gornergletschers, dem zweitlängsten Alpengletscher. Man hört das Wasser rauschen. Pionierbäume, hauptsächlich Lärchen sowie einige Arven, spenden Schatten und Finlinge liegen überall im Gehölz. Die Gletschertöpfe entstanden durch bis zu 200 km/h schnell fliessendes Schmelzwasser, das Geröll und Sand mitführte. Hinweistafeln erklären die Mechanismen der Erosion. Felsnasen und Felsplatten weisen Gletscherschliffe auf. 

Eine Besichtigungstour demonstriert die Authentizität der Landschaft. Sie ist gleichzeitig aber auch bequem erreichbar: „Die Wege sind mit bearbeiteten Holzstämmchen gesichert und führen zu den Gletschertöpfen hin“, sagt Peter Bittel, Wanderleiter und Kenner von Wegen und Stegen, Fauna und Flora der Zermatter Umgebung. Er führt Interessierte gerne in den Gletschergarten und erklärt die Landschaft. 

Die Feuerstelle mit Waldspielplatz lädt zum Verweilen und Geniessen. Eine Studie betont denn auch: Der Gletschergarten ist kein Ort, der inszeniert werden muss, sondern eine Gebirgslandschaft, „die durch sich selber spricht und die es zu entdecken gilt.“ 

Damit die Landschaft für Laien noch verständlicher ist, sind im Gletschergarten weitere Ausbauschritte geplant. Dafür liegt ein Grobkonzept vor. Ins Auge gefasst werden weitere subtile und sinnliche Inszenierung des Gartens mit Themen wie Glaziologie, Geologie, Biologie, aber auch Kultur (Giltsteinbruch) und Wasserkraft. Informationen über Smartphone-Applikationen werden dereinst das Angebot abrunden. Die Arbeiten sollten in zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein. 

Die Alpen – eine Gletscherlandschaft 
In der Schweiz gibt es nur wenige Gletschergärten. Je einer liegt in Maloja (Gletschertöpfe-Reservat beim Belvedere-Turm) und bei Cavaglia/Poschiavo im Puschlav. Der Gletschergarten in Luzern ist der bekannteste und wird jährlich von über 160'000 Besucher besucht. Dort sind wenige, aber spektakuläre Gletschertöpfe zu sehen. In den beim Gletschergarten integrierten Museen sind zahlreiche Modelle und Gemälde von der Zermatter Bergwelt zu sehen. Das benachbarte Alpineum zeigt auf dreidimensionalen Gemälden nebst anderem die Stars der Alpen: Gornergletscher, Monte Rosa-Massiv, Gornergrat, Breithorn und Matterhorn. Der Gletschergarten in Zermatt lebt von seiner naturbelassenen Art. Wer diese Gletscherlandschaft erleben möchte, findet sie hier in Ruhe und Abgeschiedenheit. 

Geologische Exkursionen 
Vom 20.7. bis 17.8.2011 finden in Zermatt jeden Mittwoch geführte geologische Tagesausflüge statt. Start ist jeweils um 8.30 Uhr beim Tourismusbüro, Kosten CHF 20 exklusive Bahnfahrt. Die Exkursion führt vom Gornergrat über Riffelberg zum Gletschergarten und nach Furi. 

Anmeldung bis am Vortag, 17.30 Uhr. 
Telefon 027 966 81 00.

Zermatt Tourismus | Tel +41 27 966 81 00 | info@zermatt.ch