Sprache: Deutsch
Zermatt. No matter what
 

*Zermatt / Matterhorn

Matterhorn (4'478 m ü.M.)

Das Matterhorn ist mehr als ein Wunder der Schöpfung. Durch seine Form und seine Alleinstellung gilt es als der Inbegriff eines Berges. Doch es ist noch mehr: Es gibt keinen bekannteren Berg auf der Welt, dessen natürliche Form einer Pyramide so nahe kommt wie das Matterhorn. Die Pyramidenform symbolisiert die Verknüpfung von Natur und Kultur, Landschaft und Geschichte. Infolge enormer Spannungen näherte sich vor 100 Millionen Jahren Afrika Europa. Der Ozean zwischen den Kontinenten begann sich zurückzuziehen. 50 Millionen Jahre später beginnen sich grosse Gesteinsgruppen zu verformen und zu falten. Aus den nach oben drängenden Gesteinsmassen entstand das Matterhorn. Es ist das Wahrzeichen der Schweiz, der schönste und meistfotografierte Berg der Welt.

Am 14. Juli 1865 wurde das Matterhorn zum ersten Mal bestiegen. Vier von sieben jungen Männern - angeführt vom Engländer Edward Whymper – verloren dabei ihr Leben. Zermatt und das Unglück am Matterhorn waren in aller Munde. Das Seil, das Edward Whymper, Vater und Sohn Taugwalder aus Zermatt mit dem Rest der unglücklichen Seilschaft verband und das beim Abstieg riss, ist neben anderen Reliquien der Erstbesteigung im Matterhorn Museum ausgestellt.

Namensherkunft
In mittelalterlichen Schriften wird das Matterhorn erstmals als „Mons Silvus“ erwähnt. Der Name mutierte später zu „Mons Servinus“ und „Mons Servin“ und wird schliesslich zum französischen „Cervin“ und zum italienischen „Cervino“. Etymologen sind sich über den Ursprung uneinig: Einige vermuten das lateinische Wort „silva“ (Wald), andere erkennen das italienische Wort „cervo“ (Hirsch).
1581 wurde das Matterhorn erstmals als „Mont Cervin“ erwähnt, später auch als „Monte Silvio“ und „Monte Servino“. Aus dem Jahr 1682 ist der deutsche Name „Matterhorn“ erstmals überliefert. Der Name leitet sich vermutlich von der „Matte“ ab, also der grasbewachsenen Talweitung unterhalb der Gornerschlucht, die heute fast komplett vom Dorf Zermatt („zur Matt“) bedeckt ist. In der Lokalbevölkerung wird der Berg auch „ds'Hore“ (= das Horn, Zermatter Dialekt) oder „ds'Horu“ (Oberwalliser Dialekt) genannt.





Höhe

4478 M.ü.M.

Erstbesteigung

14. Juli 1865

Erstbesteiger

Edward Whymper, Douglas R. Hadow, Charles Hudson, Francis Douglas, Michel-Auguste Croz, Peter Taugwalder, Peter Taugwalder



Matterhorngipfel

Matterhornspiegelung im Grindjisee

Matterhorn

Matterhorn mit Seespiegelung

Winterliche Abendstimmung am Matterhorn

Wintertraum am Matterhorn

Sonnenaufgang am Matterhorn

Mystische Stimmung am Matterhorn

Matterhorn im Winter

Blick aus Italien aufs Matterhorn

Abendstimmung am Matterhorn

Matterhorn im Sommer

Matterhorn im Herbst

Geschichte / Sage

Seit 1857 wurden mehrere erfolglose Versuche unternommen, das Matterhorn zu besteigen, zumeist von der italienischen Seite her.

Bereits den sechsten Sommer war Edward Whymper im Juli 1865 nach Valtournenche gekommen. Fünf Sommer lang war Whymper an jenem Berg gescheitert, den man hier für den König der Alpen und für unbesteigbar hielt. Er ist nicht der höchste Gipfel, der Monte Rosa etwa gleich daneben überragt ihn um fast 170 Meter, aber die Steinpyramide, die Ehrfurcht gebietend auf dem massigen Felsenkörper thront und ihn zur Außergewöhnlichkeit erhebt, hatte bisher allen Eroberern getrotzt. Jede missglückte Besteigung stärkte den Aberglauben der Unnahbarkeit, so dass selbst erfahrene einheimische Bergführer oft grosszügige Angebote ausländischer Expeditionsleiter ausschlugen. Doch der Brite glaubte nicht an Bergdämonen, sein Vorhaben war von kühlen Überlegungen geführt. Er hatte die Bücher des Horace Bénédict de Saussure studiert und war zu dem Schluss gekommen, dass der Berg nicht vom italienischen Süd-Westen, sondern über den Umweg des Schweizer Nord-Ost-Grates zu nehmen war. Nicht Breuil sei der Ausgangsort, sondern Zermatt! Dort, wo man den Mont Cervin Matterhorn nennt. Der Engländer Edward Whymper stürzte dabei einmal über etwa 60 Meter ab.

1862 erstieg John Tyndall mit den Führern Bennen, Anton Walter, Jean-Jacques und Jean-Antoine Carrel erstmals die Südwestschulter, den heutigen Pic Tyndall. Die Fortsetzung des Aufstiegs entlang dem Liongrat erschien ihnen unmöglich. Whymper erschien der Liongrat auch weiterhin als nicht machbar. Er versuchte daher, seinen Freund Jean-Antoine Carrel zu einer Besteigung von der Zermatter Seite zu überreden. Dieser beharrte darauf, von Italien her aufsteigen zu wollen. Im Juli 1865 erfuhr Whymper zufällig von einem Gastwirt in Breuil, dass sich Carrel – ohne Whymper zu benachrichtigen – wieder zum Liongrat aufgemacht hatte. Whymper fühlte sich getäuscht und eilte nach Zermatt, um dort eine Gruppe für einen sofortigen Versuch über den Hörnligrat zusammenzustellen.

 Am 14. Juli 1865 gelang der 7er-Seilschaft Whympers die Erstbesteigung. Die Gruppe stieg über den Hörnligrat auf die Schulter, und weiter oben, im Bereich der heutigen Fixseile, wich sie in die Nordwand aus. Edward Whymper erreichte als Erster den Gipfel. Ihm folgten der Bergführer Michel Croz (aus Chamonix), Reverend Charles Hudson, Lord Francis Douglas, D. Robert Hadow (alle aus England) sowie die Zermatter Bergführer Peter Taugwalder Vater und Peter Taugwalder Sohn. Carrel und seine Gruppe entdeckten sie weit unterhalb am Pic Tyndall. Beim Abstieg der Erstbesteiger stürzten die vorderen vier der Seilschaft (Croz, Hadow, Hudson und Douglas) noch oberhalb der sog. „Schulter“ über die Nordwand tödlich ab. Drei der Toten wurden einige Tage später auf dem Matterhorngletscher geborgen, die Leiche von Lord Francis Douglas wurde nie gefunden. Drei Tage später gelang auch Carrel der Aufstieg, indem er vom Nordende der italienischen Schulter durch die oberste Westwand auf den Zmuttgrat traversierte (sog. Galleria Carrel) und die Besteigung über diesen abschloss.

Rekorde am Matterhorn
  • Matterhorn Nordwand in 1:56 Std. durch Ueli Steck im Alleingang
  • Von Zermatt zu Fuss bis auf den Gipfel in 3:45 Std. durch Troillet, Marti, Farquet
  • Von der Hörnlihütte auf den Gipfel und zurück zur Hütte in 2:33 Std. durch Simon Anthamatten und Michi Lerjen
  • Ältester Besteiger : Ulrich Inderbinen bestieg 1990 mit 90 Jahren das Matterhorn
  • Der jüngste Besteiger war Kevin Lauber , der 1999 mit 8 Jahren das Matterhorn zum ersten Mal bestieg
  • Die meisten Besteigungen kann der Bergführer Richard Andenmatten verbuchen: über 800 Mal war er auf dem Gipfel

Informationen für Wanderer

Verschiedene Wandertipps mit
Sicht auf den Berg

Matterhorn glacier trail (Trockener Steg - Schwarzsee paradise)
Sonnenweg (Gornergrat - Rotenboden - Riffelberg)
5-Seen-Weg (Blauherd - Stellisee - Grindjisee - Grünsee - Moosjiesee - Leisee - Sunnegga paradise)

Bergbahnen-Angebote

Preise

Informationen für Ausflügler

Infos über die verschiedenen Peaks

Rothorn paradise
Sunnegga paradise
Gornergrat
Matterhorn glacier paradise

Kurze, einfache Spaziergänge
oder Wanderungen

Findelbach - Zermatt
Furi - Zermatt
Alpenrosenweg (Sunnegga paradise - Tuftern)

Informationen für Bergsteiger / Alpinisten

Talort

Zermatt (1'620 m ü.M.)
Breuil-Cervinia (2'050 m ü.M.)

Ausgangspunkt

Hörnlihütte (3'260 m ü.M.)
Bivacco Bossi (3'345 m ü.M.)
Rifugio Carrel (3'829 m ü.M.)
Schönbielhütte (2'694 m ü.M.)
Rifugio Duca degli Abruzzi (2'802 m ü.M.)

Verschiedene Routen mit Schwierigkeitsgrad und Dauer

In der Regel wird das Matterhorn über den Hörnligrat bestiegen, er stellt den sogenannten Normalweg, also den leichtesten Anstieg, dar. Von allen Routen der 4'000ern in den Alpen gilt der Hörnligrat als einer der schwierigsten Normalwege. Die technischen Schwierigkeiten sind nicht sehr gross, jedoch stellen die Routenfindung und Seilhandhabung eine nicht zu unterschätzende Schwierigkeit dar. Solange man sich auf der richtigen Linienführung befindet, ist der Fels kompakt und man ist meist auch vor objektiven Gefahren geschützt. Verliert man jedoch die Route, so ist der Fels brüchig und man ist dem Steinschlag ausgesetzt, die Kletterei wird viel heikler und es geht sehr viel Zeit verloren. So sind die durch Bergführer geführte Seilschaften viel eher auf dem Gipfel und auch wieder zurück in der Hörnlihütte, obwohl sie nicht schneller klettern. Meist sind geführte Seilschaften gegen Mittag, nach 8 Stunden Kletterzeit, vom Gipfel wieder zurück auf der Hörnlihütte. Andere Seilschaften, die den Berg weniger gut kennen, treffen oft erst einen Tag später ein.  

Auf 4'003 m ü.M. , nordöstlich unterhalb des Gipfels, gibt es ein Biwak für Notfälle, die von der Hörnlihütte aus betreute Solvayhütte. Sie bietet bis zu zehn Personen Schutz vor Notfällen wie Wettersturz und Zeitverzug.

Nordostgrat „Hörnligrat“ (Normalroute)

  • Schwierigkeit: ZS+, III+ (Frz. Skala: AD; mit III+. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 5-6 Stunden
  • Ausgangspunkt: Hörnlihütte (3'260 m ü.M.)
  • Talort: Zermatt (1'608 m ü.M.)
  • Erstbegehung: 14. Juli 1865 durch Edward Whymper, Reverend Charles Hudson, Douglas Robert Hadow, Lord Francis Douglas, mit den Bergführern Michel-Auguste Croz, Peter Taugwalder und dessen Sohn
  • Wintererstbegehung: 31. Januar 1911 durch Charles F. Meade mit Josef Lochmatter und Josef Pollinger
  • Alleinerstbegehung: 1898 durch W. Paulcke

Nordwestgrat oder „Zmuttgrat“

  • Schwierigkeit: S, IV (Frz. Skala: D; mit IV. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 6-7 Stunden
  • Ausgangspunkt: Hörnlihütte (3'260 m ü. M.)
  • Talort: Zermatt (1'608 m ü.M.)
  • Erstbegehung: 3. September 1879 durch Albert Mummery mit Alexander Burgener, Augustin Gentinetta und Johann Petrus
  • Alleinerstbegehung: 1. September 1906 durch Hans Pfann

Südostgrat oder „Furggengrat“

  • Schwierigkeit: SS, V+ (Frz. Skala: TD; mit V+. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 7 Stunden
  • Ausgangspunkt: Bivacco Bossi (3'345 m ü.M.)
  • Talort: Breuil-Cervinia (2'050 m ü.M.)
  • Erstbegehung: 9. September 1911 durch Mario Piacenza, Jean-Joseph Carrel und Joseph Gaspard
  • Wintererstbegehung: 10. Februar 1998 durch Giorgio Carrozza, Andrea Perron und Augusto Tamone

Südwestgrat oder „Liongrat“

  • Schwierigkeit: ZS+, III+ (Frz. Skala: AD; mit III+. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 4-5 Stunden
  • Ausgangspunkt: Rifugio Carrel (3'829 m ü.M.)
  • Talort: Breuil-Cervinia (2'050 m ü.M.)
  • Erstbegehung: 17. Juli 1865 durch Jean-Antoine Carrel und Jean-Baptiste Bich
  • Wintererstbegehung: 17. März 1882 durch Vittorio Sella, Jean Antoine, Jean Baptiste und Louis Carrel

Routen durch die Wände

Ostwand

  • Schwierigkeit: SS (Frz. Skala: TD)
  • Zeitaufwand: 14 Stunden
  • Ausgangspunkt: Hörnlihütte (3'260 m ü.M.)
  • Talort: Zermatt (1'608 m ü.M.)
  • Erstbegehung: 18./19. September 1932 durch Enzo Benedetti, Giuseppe Mazzotti mit Maurice Bich, Louis und Lucien Carrel und Antoine Gaspard
  • Wintererstbegehung: 27./28. Februar 1975 durch René Arnold, Guido Bumann und Candide Pralong
  • Skierstbefahrung: 14. Mai 1975 durch Toni Valeruz

Nordwand

  • Schwierigkeit: SS, V (Frz. Skala: TD; mit V. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 12-14 Stunden
  • Ausgangspunkt: Hörnlihütte (3'260 m ü.M.)
  • Talort: Zermatt (1'608 m ü.M.)
  • Erstbegehung: 31. Juli/1. August 1931 durch Franz und Toni Schmid
  • Wintererstbegehung: 3./4. Februar 1962 durch Hilti von Allmen und Paul Etter
  • Alleinerstbegehung: 22. Juli 1959 durch Dieter Marchart in 5 Stunden
  • Winteralleinerstbegehung: Februar 1965 durch Walter Bonatti, auf einer neuen und schwierigeren Route, mit 3 Biwaks

Westwand

  • Schwierigkeit: SS, V+ (Frz. Skala: TD; mit V+ UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 12 Stunden
  • Ausgangspunkt: Schönbielhütte (2'694 m ü.M.)
  • Talort: Zermatt (1'608 m ü.M.)
  • Erstbegehung: 13. August 1962 durch Renato Daguin und Giovanni Ottin
  • Wintererstbegehung: 10./11. Januar 1978 durch Rolando Albertini, Marco Barmasse, Innocenzo Menabreaz, Leo Pession, Arturo und Oreste Squinobal und Augusto Tamone
  • Alleinerstbegehung: September 1983 durch Jacques Sangnier (diese ist allerdings fragwürdig)

Südwand

  • Schwierigkeit: SS+, V+ (Frz. Skala: TD+; mit V+ UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 15 Stunden
  • Ausgangspunkt: Rifugio Duca degli Abruzzi (2'802 m ü.M.)
  • Talort: Breuil-Cervinia (2'050 m ü.M.)
  • Erstbegehung: 13. November 1983 durch Vittorio de Tuoni und Marco Barmasse

Verpflegungsstellen /
Berghütten

Hörnlihütte (3'260 m ü.M.)
Bivacco Bossi (3'345 m ü.M.)
Rifugio Carrel (3'829 m ü.M.)
Schönbielhütte (2'694 m ü.M.)
Rifugio Duca degli Abruzzi (2'802 m ü.M.)

Bergführer- Erfahrungen / Tipps

Die Schwierigkeiten auf allen Routen sind sehr von den Verhältnissen abhängig.

Durch seine exponierte Lage ist dem Wetterbericht Rechnung zu tragen, ein Wettersturz ist schon vielen Bergsteigern am Matterhorn zum Verhängnis geworden.

Als Beispiele:

Am Zmuttgrat ist im Durchschnitt nur während einer Woche pro Sommer mit guten Verhältnissen zu rechnen.
Das ist meist Anfang Juli, wenn im unteren Teil der Route noch genügend Schnee liegt.

In der Nordwand sind die Verhältnisse ebenfalls Anfangs Sommer die besten oder allenfalls in den Wintermonaten, nachdem der Nordwind die Wand vom Schnee befreit hat.
Auf alle Fälle darf die Nullgrad Grenze nicht über 4'000 Meter liegen, bevor man von sicheren Verhältnissen Reden kann.

Am Italienergrat (Liongrat) liegt im Sommer immer länger Schnee.
Ist der Hörnligrat Anfang Saison nach der Schneeschmelze begehbar, so dauert es meist 14 weitere Tage bis am Liongrat ebenfalls gute Verhältnisse herrschen.

Die meisten Alpinisten unterschätzen den Hörnligrat total.
Dies schlägt sich dann in den Zahlen der Rettungseinsätze nieder.
Der Grat ist bei idealen Verhältnissen technisch nicht schwierig, lieg Schnee sieht es ganz anders aus. So ist es wichtig nur bei guten Verhältnissen einzusteigen.

Wichtig! Die Zeit im Auge behalten!
Die Strecke von der Hörnlihütte bis zur Solvay ist erst ¼ der ganzen Tour.  
Eine Seilschaft die 4 Stunden bis zur Solvay braucht, wird 8 Stunden bis zum Gipfel benötigen und 16 Stunden um wieder zurück zur Hörnlihütte zu kommen.

Tipp! Morgens den ortskundigen Bergführern zu folgen, ist besser als früher loszuklettern um sich dann in der Dunkelheit zu verirren und nachfolgende Seilschaften durch Steinschläge zu gefährden.


Zermatt Tourismus | Tel +41 27 966 81 00 | info@zermatt.ch