*Zermatt / Matterhorn
Balmenhorn (4'167 m ü.M.)
Ist Zermatt von 38 oder 29 4000ern umgeben? Am Balmenhorn lernen Sie, dass es nicht so einfach ist, dies zu entscheiden. Der 4167 Meter hohe Gipfel des Balmenhorns liegt auf der italienischen Seite des Monte Rosa Massivs, das neun eindeutig definierte 4000er besitzt. Das Balmenhorn gehört zu der Liste der sogenannten erweiterten 4000er. Kein Wunder: Der Felsblock besitzt gerade einmal eine Schartenhöhe von 12 Metern, zu erklimmen über einen gesicherten Steig, und hebt sich optisch nur schwer vom spaltenreichen Lysgletscher ab. Nach den Bestimmungen der UIAA (Union Internationale des Associations d'Alpinisme) sind es 1. topographische Gründe, 2. morphologische und 3. alpinistische Gründe, die einem Berg die Bedeutung eines „echten“ 4000ers geben. Aber ein bisschen 4000er-like ist das Balmenhorn schon – allein die Höhe macht's.
Namensherkunft
Balmen sind Überhänge am Fuss von Felswänden, Halbhöhlen, womit die Namensbezeichnung des Balmenhorns auf seine Form zurückzuführen ist. Das Wort Balme ist in der Sprache der Südwalser belegt (Greschoneytitsch und Pumattertietsch). Das Grimmsche Wörterbuch nennt "balma", mlat., "Felsenhöhle". Ob es aus der Walsersprache stammt, ist nicht eindeutig belegt. Das Wort ist bei den Ostwalsern in Graubünden und im Vorarlberg nicht gebräuchlich.
Höhe | 4'167 m ü.M. |
Erstbesteigung | 17. August 1873 (umstritten) |
Erstbesteiger | Marco Maglioni, Albert de Rotschild mit Niklaus Knubel, Peter Knubel und Edouard Coupelin (umstritten) |
Geschichte / Sage
Es ist einer vier Meter hohen und einer Tonnen schweren Bronzestatue zu verdanken, dass dem eher unscheinbaren Balmenhorn eine erweiterte Bedeutung zukommt, die weder topografischen, noch morphologischen oder alpinistischen Ursprungs ist. Es war der feste Untergrund dieses Gipfels, der den Turiner Künstler und Partisanenführers Alfredo Bai veranlasste, seine aus Kriegsschrott generierte Statue auf dem Balmenhorn zu platzieren. Bai hatte während des Zweiten Weltkriegs ein Gelübte abgelegt, eine Statue als Symbol des Friedens, eingedenk aller Opfer, unabhängig von ihrer Nationalität, auf einem 4000er aufzustellen. Der Transport der in elf Teile zerlegten Christusfigur namens „Christo delle Vette“ („Christus aller Gipfel“) wurde von 35 Gebirgssoldaten, die aus allen Provinzen Italiens stammten, durchgeführt. Am 4. September 1955 enthüllte man in einem feierlichen Ritual den Friedens-Christus, dessen Material kein Geringerer als das italienische Verteidigungsministerium gespendet hatte. | In der Partnerstadt der Gemeinde am Fuss des Monte Rosa wurde 1954 hingegen die Statue des Christus aller Tiefen auf dem Meeresgrund in der Bucht von San Fruttuoso aufgestellt. Angeregt wurde dieses Projekt von Duilio Marcante, welcher die Statue in Gedenken an den, 1950 bei einem Tauchunfall umgekommenen Dario Gonzatti, errichten liess. In der Nähe zur Abtei von San Fruttuoso, zwischen Camogli und Portofino, wurde die Statue am 22. August 1954 mit Hilfe der italienischen Marine in 17 Meter Tiefe versenkt. |
Informationen für Bergsteiger / Alpinisten
Talort | Magna Valsesia (1‘190 m ü.M.) |
Ausgangspunkt | Rifugio Città di Mantova (3’611 m ü.M.) |
Verschiedene Routen | Ein leicht zu Besteigender Gipfel mit einem Biwak für ca. 5 Personen. Neuerdings als Klettersteig ausgerüstet. Kann gut mit der Vincent Pyramide und dem Schwarzhorn in Verbindung bestiegen werden. |
Verpflegungsstellen / | Rifugio Città di Mantova (3’611 m ü.M.) |
