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Das Weisshorn ist kein Promi-Berg

Er gilt unter Alpinisten als der schönste und anspruchsvollste Berg der Alpen: Das Weisshorn (4506 Meter). Aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums der Erstbesteigung erreichten taggleich am Freitag, 19. August 2011, Bergführer und Bergsteiger aus Randa und Zermatt sowie ein Journalist den Gipfel. 

2.30 Uhr in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 19. August 2011, brachen die Jubiläumsgäste von der 111 Jahre alten Weisshornhütte auf. Diverse Seilschaften entschieden sich aber wegen Gewitters auf dem „Frühstücksplatz“ umzukehren. Alle Seilschaften, die den Nordgrat machen wollten und von der Tracuit-Hütte aufgebrochen waren, hatten die Besteigung wegen der Wetterverhältnisse abgesagt. Den Gipfel erreichten schliesslich sieben Seilschaften. Insgesamt seien die Verhältnisse schwierig gewesen, erklärte der Gemeindepräsident von Randa, Leo Jörger: „Der Schnee war weich. Es war heikel.“ 

Wie schwer es ist, diesen Berg zu besteigen, gab denn auch Daniel Luggen, Kurdirektor Zermatt Tourismus, zu Protokoll. Es sei verständlich, dass der Jubiläumsbestieg nicht ohne weiteres von jedem gemacht werden könne. „Das ist kein Promi-Berg“, sagte Luggen in seiner Ansprache in der Weisshornhütte. Er habe grossen Respekt vor der Leistung der Bergführer, die die Gäste des Jubiläumsaufstiegs sicher geleitet hätten. 

Auf den Spuren von Tyndall
Den Entscheid, ob eine Besteigung durchgezogen wird, fällen allein die erfahrensten Bergfachleute, die eine Seilschaft führenden Bergführer. Sie beurteilen das Wetter, die Schneeverhältnisse und die physischen Voraussetzungen ihrer Gäste. 

Es war der Normalweg der Erstbesteiger um den Briten John Tyndall über den Ostgrat, ausgehend von der Weisshornhütte ob Randa, dem die Seilschaften folgten. Erreicht haben den Gipfel diese Seilschaften: Die beiden Bergführer Thomas Zumtaugwald aus Randa und Rudolf Pollinger aus St. Niklaus ab Randa in der Rekordzeit von 4 Stunden und 22 Minuten. Der Gemeindepräsident von Randa Leo Jörger mit Charly Wuilloud, Chef Naturgefahren Kanton Wallis von der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Martin Funk, Professor für Glaziologie an der ETH Zürich und ebenfalls Bergführer. Bergführer Gianni Mazzone mit Daniel Luggen, Kurdirektor Zermatt. Geometer Christian Grütter aus Randa zusammen mit seiner Partnerin, der Krankenpflegerin Petra Hermann aus Varen. Bergführer Rainer Zeiter aus Zermatt mit Gast Fernando Willisch aus Visp. Simon Anthamatten, Bergführer aus Zermatt zusammen mit dem Redaktor des TagesAnzeigers, Daniel Foppa. Bergführer Martin Vogt mit Reto Wyss, Marketingleiter Zermatt Bergbahnen AG. 
Zwischen 12 und 13 Uhr kehrten auch alle Seilschaften wohlbehalten in die Weisshornhütte zurück. In der Hütte anwesend war auch Christoph Bürgin, Gemeindepräsident von Zermatt sowie Jesuitenpater Albert Ziegler und der Randäer Pater Josef D’Souza. Sie segneten die Hütte und die Teilnehmer der Jubiläumsbesteigung. 

Am Freitag Nachmittag empfing Luzius Kuster, der in diesem Jahr seine 45. Saison Hüttenwart ist, auch einheimische Wandergäste, die den gut vierstündigen Weg auf die Weisshornhütte angetreten hatten. „Ich bin sehr zufrieden“, konstatiert dann auch Luzius Kuster an diesem für ihn wichtigsten Tag des Jahres. Die einzige Sorge, die ihn noch umtreibt, ist die Wassersituation in der Weisshornhütte, die sich aufgrund der sich zurückziehenden Gletschers verschlechtert habe. Kuster: „Gemeinsam kriegen wird das in Griff – für die Hütte, und für die Region.“ 

Jubiläumsjahr 2011 
In den Vorbereitungen und im Ablauf der Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres zogen die Leistungsträger in Randa, Täsch und Zermatt an einem Strang. Am 24. Juni feierte man in der Mehrzweckhalle Randa mit Ansprachen, der Filmvorführung „Treffpunkt Gipfelkreuz“ und der Buchvernissage (Daniel Anker und Marco Volken: „Weisshorn“). Eine kulturelle Darbietung an zwei Abenden im Matterhorn Museum zum Thema Weisshorn am 27. und 28. Juli ergänzte die Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres. 

Zermatt Tourismus hat mit Marketingmitteln, Koordination und Medienarbeit das Jubiläumsjahr nachhaltig unterstützt. Der Outdoor-Ausstatter Mammut, Partner von Zermatt Tourismus, stellte Seile und bestickte Rucksäcke für den Aufstieg zur Verfügung.

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