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Eine Riesige Container-Lochkamera auf dem Gornergrat

Am 18. Und 19. Juni 2010 werden auf dem Gornergrat mit Hilfe eines Schiffscontainers Landschaftsaufnahmen vom Matterhorn und der Zermatter Bergwelt realisiert. Das Projekt beabsichtigt einen interkulturellen Austausch zwischen zwei Künstlern, ein Reflektieren der eigenen Arbeit, ein Austausch von Know-how und gegenseitige Prozessoptimierung. Erst realisiert Shi Guorui Aufnahmen in Zermatt und in anderen Orten der Schweiz, danach wird Andrea Good in China Bilder an verschiedenen Orten aufnehmen. Die Bilder der beiden Künstler werden in Ausstellungen in der Intergallery in Peking und zwischen dem 21.11. und dem 5.12.2010 am Culturescapes Festival in Basel gezeigt. Zudem ist das „10th Anniversary of International Photography“ interessiert, die Bilder auszustellen.

Der chinesische Künstler Shi Guorui und die Schweizerin Andrea Good fanden unabhängig voneinander zu einer sehr ähnlichen Arbeitsweise mit der Camera obscura Technik. Mit ihren grossformatigen Arbeiten haben beide in ihrem Wirkungskreis eine grosse Beachtung. Andrea Goods Landschaftsaufnahmen sehen aus wie ein Traum, mysteriös, geisterhaft und scheinbar aus einer anderen Zeit geholt. Doch wie funktioniert sowas?


Andrea Good, Zürich Hardstrasse 235, Farbpapier, Unikat, Belichtung 30 min., 183 x 403 cm, 15. August 2006

Shi Guorui, New Beijing CBD, SW-Papier, Unikat, 134 x 350 cm, 2007
Die Camera obscura (dunkle Kammer) basiert auf einem einfachen physikalischen Prinzip: Durch ein kleines Loch fällt ein Lichtstrahl in einen dunklen Raum, auf der gegenüberliegenden Wand erscheint ein auf dem Kopf stehendes Abbild dessen, was ausserhalb des Raumes ist. Die Projektion kann aufgezeichnet oder einfach nur betrachtet werden. Es kann in dem Loch auch eine Sammellinse angebracht werden; fehlt diese, so spricht man von einer Lochkamera. Je nach Papier und Filter schimmern die leicht unscharfen Bilder in Blau- oder Rottönen.
Anfangs war die Camera abscura ein lichtdichter, transportabler Raum, in welchem ein Zeichner arbeitet, später wurde die Camera obscura dann von Fotopionieren wie William Henry Fox Talbot zur Urfotokamera umgebaut. Heute ist sie ein Gegenentwurf zu den High-Tech-Kameras, denn es lässt sich aus einer Streichholzschachtel, einem Schuhkarton oder – wie Andrea Good es tut – aus einem Schiffscontainer eine Camera obscura bauen.

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