Sprache: Deutsch
Zermatt. No matter what
 

MINERGIE-P® auf dem Gipfel

MINERGIE-P® Label auf Matterhorn glacier paradise

Am 21. April 2009 wurde das Touristenzentrum «Matterhorn glacier paradise» auf dem Klein Matterhorn offiziell mit dem MINERGIE-P®-Zertifikat ausgezeichnet. Auf 3'883 m ü.M. überreichte Staatsrat Thomas Burgener, Vorsteher des Departments für Gesundheit, Sozialwesen und Energie, Kanton Wallis, der Zermatt Bergbahnen AG das begehrte Zertifikat. Zudem wurde die MINERGIE®-CHARTA lanciert. Sie will die wichtigsten Grundsätze zukunftsfähigen Bauens stärken und in die Welt hinaustragen. 

Das Touristenzentrum «Matterhorn glacier paradise» auf dem Klein Matterhorn oberhalb von Zermatt liegt auf 3883 Meter über Meer und ist der höchste Aussichtspunkt Europas, der mit einer Bahn erreicht werden kann. Der Ort zieht mit seinem atemberaubenden Blick auf 38 Viertausender Bergbegeisterte und Touristen aus aller Welt an und ist ein beliebter Ausgangspunkt für Berg- und Skiausflüge. Mehr als eine halbe Million Menschen besuchen den Gipfel jährlich. Bis anhin erwarteten die Besucher einfache Verpflegungsmöglichkeiten und rudimentäre sanitäre Installationen. Seit Dezember 2008 bietet die Zermatt Bergbahnen AG ihren Gästen eine zeitgemässe und attraktive Infrastruktur: Sie können nun im neuen Restaurant einkehren oder in der Bergsteigerunterkunft übernachten. Für die Bauherrschaft war – gerade an dieser Lage – die Umweltverträglichkeit, die Energieeffizienz des Projektes und die Behaglichkeit der Gäste von grosser Bedeutung: Aus diesem Grund erhielt das Touristenzentrum das MINERGIE-P®-Zertifikat und ist somit das höchstgelegene Gebäude mit dieser Auszeichnung. 

Hoher Komfort auf 3883 m.ü.M. 

Das Gebäude ist aus vorfabrizierten Holzelementen gefertigt, lediglich der Sockel wurde aus statischen Gründen in Beton ausgeführt. Die Aussenwände sind mit 52 cm Steinwolle gedämmt, was für viel Komfort im Innern sorgt. Die schmalen, durchgehenden Fensterbänder inszenieren die Aussicht und begrenzen das an diesem Standort extrem hohe Tageslichtangebot im Innern. Um die für MINERGIE- P® nötige Dichtheit der Fassade bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h gewährleisten zu können, verkleidet eine Haut aus Metall und Glas die Holzkonstruktion. Die tiefen Aussentemperaturen bis minus 30 °C sowie das Risiko der Überhitzung durch intensive Sonnenstrahlung sind die grössten Herausforderungen.

Nutzung der Sonnenenergie

In dieser hochalpinen Lage ist die Nutzung von Sonnenenergie ein Muss. Aus diesem Grund besteht die gesamte Südfassade aus integrierten Photovoltaikpaneelen. Aufgrund der konsequenten Ausrichtung nach Süden und der Neigung von rund 70 Grad erzielt die Anlage einen überdurchschnittlich hohen Ertrag. Zudem sind Solaranlagen durch die klare Luft und die reflektierte Strahlung aus der Umgebung im hochalpinen Raum bis zu 80 Prozent ergiebiger als vergleichbare Anlagen im Mittelland. Die Photovoltaikanlage stellt die gesamte elektrische Energie für die Wärmeerzeugung und die Lufterneuerung bereit. Ein allfälliger Überschuss wird ins Stromnetz der Zermatt Bergbahnen AG eingespeist und bei Bedarf wieder bezogen. Gleichzeitig funktioniert die Fassade wie ein thermischer Luftkollektor: Kalte Aussenluft wird hinter den Photovoltaikzellen erwärmt und dann zur Vorwärmung der Zuluft für das Restaurant und die Zimmer verwendet – das reduziert den Heizenergiebedarf. Zudem entsteht ein Kühleffekt, der den Wirkungsgrad der Solarzellen steigert.

Die grosszügigen Fenster und die gute Wärmedämmung ermöglichen grosse passive Solargewinne. Die Lüftungsanlagen verteilen die so gewonnene Wärme im ganzen Gebäude. Zusammen mit der Abwärme der Gäste reicht das schon fast für ein komfortables Raumklima. Falls nicht, helfen zwei Wärmepumpen mit. Sie nutzen dabei die Abwärme der Fortluft aus den Lüftungsanlagen. 

Eigene Kläranlage 


Der aufwändige Transport des Trinkwassers auf fast 4000 Meter über Meer zwingt zum sorgsamen Umgang mit dieser Ressource. Das Abwasser aus der Küche und den Nasszellen wird deshalb gesammelt, in einer mikrobiologischen Kläranlage gereinigt und dann für die Toilettenspülung genutzt. Nicht gebrauchtes Wasser fliesst gereinigt in den natürlichen Wasserkreislauf der Umgebung. Die Abfälle der Kläranlage werden mit der Bergbahn in die ARA Zermatt gebracht.


Zermatt Tourismus | Tel +41 27 966 81 00 | info@zermatt.ch