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„Unsere Gäste wollen an unserer Gemeinschaft teilnehmen“

Die Mauritius-Kirche in Zermatt ist offensichtlich sehr beliebt. Während der Sonntagsmesse sind die Kirchenbänke immer gut besetzt, und an hohen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern drängen sich Einheimische und Gäste gleichermassen in die Holzbänke. Das hat verschiedene Gründe – unter anderem, weil Zermatt eine grosse religiöse Tradition hat.

Die Mauritius-Kirche bietet rund 480 Personen Sitzplätze. Zermatt ist traditionellerweise katholisch geprägt. Heute beträgt der Anteil der Katholiken in der Gemeinde 80 Prozent. Doch welche katholische Kirchgemeinde in der Schweiz kann sich rühmen, bei Haupt-Messen meistens ein volles Kirchenschiff zu haben? Pfarrer Stefan Roth hat eine Erklärung: „Wir stellen fest, dass Menschen in der Freizeit mehr auf sich zurückgeworfen sind als in ihrem Alltag zu Hause. Dann tauchen vermehrt Fragen auf – Fragen zum Leben oder der Spiritualität.“ Das animiere zum Kirchen- und Kapellenbesuch. Der Zermatter Pfarrer beobachtet seine Schäfchen. Er sieht, wie Feriengäste in sich gekehrt in der Kirche sitzen und die Stille geniessen. Viele zünden auch eine Opfer- oder Gedenkkerze an. Stefan Roth weiss, dass „viele Menschen hier in der Bergwelt einen grösseren Kontakt zur Kirche pflegen als zu Hause.“ Er ist überzeugt, dass Zeit, Musse und das Erlebnis in der Natur ins Innere des Menschen führen.

Spiritualität für alle
Mit der Tourismusseelsorge, die fester Bestandteil der gesamten Seelsorge ist, trägt die katholische Kirche von Zermatt dazu bei, den Gästen den Weg zur Spiritualität zu ebnen. Wichtigster Pfeiler ist die Messe: „Wir sprechen unsere Gäste aus dem In- und Ausland bei den Messen direkt an“, sagt Pfarrer Stefan Roth. Dazu gehören die herzliche Begrüssung und Verabschiedung mit dem Wunsch für einen schönen Aufenthalt in Zermatt. Bei hohen Feiertagen werden diese Wünsche auch in Englisch und Französisch entboten. Für die Sonntagsgottesdienste liegen während den Saisons die Texte der Lesungen und des Evangeliums in Französisch, Englisch und Italienisch auf: „Spiritualität ist Herzenssache“, sagt der Pfarrer. Darum spreche man die Besucher in ihrer Muttersprache an. Man kann sich aber auch für ein Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pastoralassistentin anmelden. Viele Gäste haben jährlich ihren festen Termin beim Pfarrer: „Viele deutsche Gäste wünschen dies.“ Die spirituelle Offenheit, die manche in den Ferien empfinden, wird auch in Beichtgesprächen oder „in einem Gespräch über den Sinn des Lebens“ umgesetzt, erzählt Stefan Roth.

Gegenseitige Bestärkung der Gemeinschaft
Doch es sind noch andere Gründe, die die Zermatter Mauritius-Kirche lebendig machen: Meist über 30 Mitglieder des Kirchenchores begleiten die Hauptmesse jeden zweiten Sonntag, und verschiedene Gruppierungen engagieren sich im kirchlichen Alltag das ganze Jahr über. „Glaube ist gelebte Gemeinschaft“, sagt Pfarrer Stefan Roth. „Unsere Gäste möchten daran teilhaben.“ Dank der offenen Art des Pfarrers fühlen sich die Gäste auch wirklich willkommen. Er betont aber: „Wir heissen die Gäste willkommen, laden sie ein zum Verweilen, zu beten und über die Werte in ihrem Leben nachzudenken. Wir wollen sie aber nicht vereinnahmen.“

Weil so viele auswärtige Gäste ins Kirchenschiff strömen, fühlen sich umgekehrt auch die einheimischen Gläubigen im Messebesuch bestätigt. Die Gemeinschaft bewirkt somit eine gegenseitige Bestärkung im Glauben. Und noch eine dritte Gruppierung liegt dem Pfarrer sehr am Herzen: Die Gastarbeiter. So werden auch Messen in italienischer, portugiesischer und kroatischer Sprache zelebriert.

Lichter als Symbol der Spiritualität
„Wenn ein Gast die mächtige Bergwelt erlebt, dann weckt das in manchen Menschen Spiritualität. Dies aber nicht im engeren Sinn des Gottesgedankens oder des Gottesdienstes.“ Das könne der Grund sein, warum in den Kapellen rund um Zermatt so zahlreich Kerzen brennen, zum Beispiel in der Kapelle auf dem Gornergrat: „Viele Asiaten entzünden hier Kerzen, weil für sie das Licht ein wichtiges Symbol ist“, sagt Pfarrer Roth.

In der Pfarrkirche im Dorfzentrum wurden im Jahr 2010 rund 62'000 Kerzen entzündet. Die weiteren Zahlen sprechen für sich: Gornergrat 44'000, Winkelmatten 18'000, Blatten 13'000, Zum See 3'000 sowie hunderte weiterer kleiner roter Kerzchen in den übrigen Zermatter Kapellen. Somit brannten im vergangenen Jahr gegen 150'000 Lichter, angezündet von Einheimischen und von Gästen aus Deutschland, Grossbritannien, Japan, den USA und vielen anderen Nationen.

Ein Tourismusort ist auch ein Ort nachhaltiger Begegnungen. Rund 60 Prozent der Paare, die sich hier das Ja-Wort geben, stammen aus dem Deutschschweizer Flachland, aus der Romandie, aus Deutschland, Grossbritannien und den USA. Viele haben sich hier in ihren Ferien kennen gelernt. Im Rahmen der Tourismusseelsorge wird dieses Sakrament auch in Französisch und Englisch gefeiert.
Grosse Tradition auch in der English Church
Bereits seit über 140 Jahren steht die Englische Kirche im Gebiet Chrum, etwas abseits der pulsierenden Bahnhofstrasse. Sie ist wichtiger Bestandteil der Zermatter Geschichte und Tradition des Alpinismus, der Gastlichkeit und Weltoffenheit. Auch hier wird die Gemeinschaft zelebriert mit Gottesdiensten und Feierlichkeiten. Die Gäste aus den englischsprachigen Ländern wissen das zu schätzen. Die Englische Kirche erinnert noch heute daran, dass es vor allem Engländer waren, die im 19. Jahrhundert die Zermatter Berggipfel erklommen. Und wie auch bei der katholischen Kirche liegen nahe der Kirchenmauern viele verunglückte Bergsteiger begraben.

Das Tätigkeitsfeld des Zermatter Pfarrers
Treibende Kraft für die Tourismusseelsorge in Zermatt ist Stefan Roth. Er betreut die Pfarrei St. Mauritius seit 2003. Er stammt aus Wiler im Lötschental und war zuvor Regens (Leiter) des Priesterseminars in Freiburg. In den Jahren davor war er je sieben Jahre Pfarrer in Saas Fee und Brig. Er engagiert sich auch namhaft in der bischöflichen Kommission für Tourismus-, Freizeit- und Pilgerseelsorge.

Für Schweiz Tourismus hat er zusammen mit der Kommission der Reformierten Kirche eine Internetseite über die religiöse Landschaft der Schweiz zusammengestellt. Das Informationsangebot umfasst Hinweise zu Kirchen, Kathedralen, religiöse Denkmäler, Bräuchen und Feierlichkeiten. Die Seite befindet sich im Ausbau, und mehr Informationen sowie Ausgaben in weiteren Sprachen sind vorgesehen.

Feiern an Weihnachten 2011

Katholische Kirche St. Mauritius

24. Dezember 2011
17.00 Uhr: Kinder- und Familiengottesdienst
23.00 Uhr: Mitternachtsmesse (mit Chorbegleitung)

25. Dezember 2011
07.00 Uhr: Frühmesse
09.30 Uhr: Heilige Messe
11.00 Uhr: Heilige Messe mit Glockenspiel
18.00 Uhr: Orchestermesse

Evangelisch-reformierte Kirche Im Theo-Saal des katholischen Pfarreizentrums

24. Dezember 2011
21.30 Uhr: Weihnachtsgottesdienst

25. Dezember 2011
10.00 Uhr: Gottesdienst mit heiligem Abendmahl

31. Dezember 2011
21.30 Uhr: Silvester

Church of England St Peter’s Zermatt (The English Church)

24. Dezember 2011
17.00 Uhr: Family Carols
18.45 Uhr: Family Carols
23.00 Uhr: Midnight Communion

25. Dezember 2011
10 Uhr: Messe (keine Abendmesse)

Kerzen in der Mauritius-Kirche

Heiliger Mauritius

Zermatt Tourismus | Tel +41 27 966 81 00 | info@zermatt.ch