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Eröffnung Findelbahn

20.12.2007
Kaum ein Transportmittel spiegelt das Ringen der Leistungsträger in Zermatt um den Ausbau zur Nummer 1-Winterdestination besser wider wie die Findelbahn. Das hat Geschichte: Ging es Mitte der 50er Jahre noch um die Zukunftsinvestition «Zermatt als Wintersportort» allgemein, feilen die Zermatt Bergbahnen AG seit der Fusion 2002 am Ausbau des perfekten Skigebiets. Die Zahlen der Personenbeförderung der Findelbahn sprechen für sich: von 270 (1956) auf 450 (1977) und 2000 Personen pro Stunde ab 2007. 

Vorhang auf für eine Sesselbahn mit Geschichte! 

Am 20. Dezember 2007 wurde die kuppelbare 4-er Sesselbahn im Gebiet Sunnegga paradise feierlich eingeweiht. Sie führt von Sunnegga paradise über Findeln nach Breitboden und verbindet die Gebiete Rothorn paradise und Gornergrat optimal miteinander. Mit der neuen Zustiegsmöglichkeit auf Breitboden Richtung Sunnegga paradise verkürzt sich die Transferzeit vom Gornergrat zurück ins Gebiet Rothorn paradise erheblich und entlastet das Nadelöhr Gant massgeblich. Die neue Sesselbahn ersetzt die 1977 vom 1-er zum 2-er umgebaute Sesselbahn Findeln - Sunnegga paradise. Eine Besonderheit der neuen Sesselbahn sind die beheizbaren Sitzflächen. Es ist die vierte Bahn dieser Art in der Schweiz. Die Aufheizung findet in der Mittelstation Findeln/Eja statt. Den Bau hat wie schon bei der Sesselbahn Gifthittli die Firma Leitner aus Südtirol, Italien durchgeführt. 

Hohe Förderleistung - schnell - komfortabel: die technischen Daten

Die Sesselbahn hat mit insgesamt 114 kuppelbaren 4-er Sesseln eine Förderleistung von 2000 Personen pro Stunde, ein 46 Millimeter dickes Förderseil und 20 Stützen. Die Bahnlänge beträgt 1866 Meter. Auf Sunnegga paradise befindet sich die komplett unterirdische Bergstation. Die Rückfahrpiste von Blauherd führt über diese Station. Die Höhendifferenz beträgt 656 Meter. Die Findelbahn fährt 5 Meter pro Sekunde. Zum Vergleich: Die Vorgängerbahn schaffte gerade 2,5 Meter pro Sekunde. Die Antriebsleistung beträgt 768 kW. Die Investitionssumme beläuft sich auf CHF 16.5 Millionen. Wobei alleine durch die unterirdische Station Mehrkosten von CHF 1.5 Millionen entstanden sind. Die neue Sesselbahn ist nur im Winter in Betrieb.

Vom Tschuggilift zur Findelbahn: die Geschichte

In den 50er Jahren, als die Entwicklung Zermatts zur Winterdestination noch in den Kinderschuhen steckte, erkannte man die Notwendigkeit zum Bau von Bergbahnen insbesondere im Bereich des Rothorn Gebietes. Intention war unter anderem, einen Lift von Findeln nach Sunnegga zu bauen. 1951 ergab sich eine Kaufmöglichkeit für eine Sesselbahn, die auf einer Ausstellung in Mailand gezeigt wurde. Kostenpunkt: CHF 260'000. Der Gemeinderat befürwortete das Projekt, doch die Volksmehrheit verwarf es, da nach Meinung der Bevölkerung die Investition nur wenigen Familien diene. Auch eine Zweitvorlage wurde 1955 trotz Inaussichtstellung einer Mitfinanzierung durch den Amerikaner Dana verworfen und die öffentliche Zeichnung zurückgezogen.

Daraufhin entschied sich der in Findeln ansässige Severin Julen mit seinen Söhnen zur Realisierung des Projekts das Privatvermögen seiner Familie einzusetzen. 1956 stimmte die Burgerversammlung der Bodenabtretung zu und der Bau der 1-er Sesselbahn, die als «Tschuggilift» in die Zermatter Bergbahngeschichte einging, konnte beginnen. «Tschuggi» ist die alte Familienbezeichnung der Familie Severin Julen.

Im Februar 1957 wurde die Sesselbahn eröffnet. Bei einer Förderkapazität von 270 Personen pro Stunde gab es von Anfang an lange Warteschlangen. Die Einnahmen am ersten Tag beliefen sich bei einem Fahrpreis von CHF 2 pro Fahrt auf CHF 800, dem damaligen Wert einer Kuh. Als einer der drei Angestellten Severin Julen das Geld brachte, wollte er es nicht annehmen, weil er dachte, es sei den Gästen gestohlen worden. 1977 wurden die Kapazitätsengpässe prekär und die 1-er Sesselbahn wurde durch eine festgekuppelte 2-er Sesselbahn ersetzt. Die Förderkapazität betrug nun 450 Personen pro Stunde.

Mit visionären Projekten der Zeit voraus

Die Zermatt Bergbahnen AG steht in der Tradition eines Unternehmensgeists wie ihn viele Familien von Zermatt verwirklicht haben. Mit dem visionären Projekt für den Ausbau des Matterhorn glacier paradise, konzipiert vom Künstler Heinz Julen im Auftrag der Zermatt Bergbahnen AG, wird diese Tradition fortgesetzt: mit mutigen und umstrittenen Projekten der Zeit voraus zu sein, damit die Destination Zermatt auch in Zukunft ihrem Ruf als Inbegriff für architektonische und bauliche Höchstleistungen am Berg gerecht wird. Mit der Eröffnung des ersten Teils des Projektes, dem neuen Zugang zum Gletscher-Palast mit zwei Personenaufzügen im Frühjahr 2008 sowie dem Bau des neuen Restaurants auf der Südseite des Tunnels legt die Zermatt Bergbahnen AG vor.


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