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Der Zermatter Sommer ist voller Folklore-Klänge

Einmal das Alphorn- und Örgeli-Spiel aus der Nähe betrachten. Den Musikanten im Freien zuhören und die Musik geniessen. Das ist der Zermatter Folkloresommer. Während zehn Wochen spielen die unterschiedlichsten Formationen. Das ist gelebte Schweizer Tradition, Brauchtum und Lebensfreude pur.

Alphorn, Schwyzerörgeli, Akkordeon, Bassgeige. Das sind die bekannten Schweizer Folkloreinstrumente. In Zermatt spielen auch diesen Sommer die unterschiedlichsten Formationen. Überall in Zermatt kann man überrascht werden von diesen Klängen, denn die Musiker wählen Ort und Zeit ihrer Auftritte selber. Zwischen Morgen und Abend. Wohl stellvertretend für alle Musikanten, die den Zermatter Folkloresommer mitgestalten, sagt ein Alphornbläser bei der kleinen Holzbühne am Bahnhofplatz in Zermatt: "Für uns ist es ein Höhepunkt, am Fusse des berühmtesten Berges der Welt auftreten zu können." Er fügt schmunzelnd an: "Es ist auch schön zu sehen, wie sehr unsere Musik die Touristen erfreut. Wir haben uns schon gefragt, in wie vielen Fotoalben auf der Welt wir wohl vorkommen." Nachdem er einem Gast kurz sein Alphorn erklärt hat, setzt er das urschweizerische Instrument wieder an die Lippen, im Hintergrund blitzen Digitalkameras von Gästen, davon viele aus der Schweiz, aus Deutschland Japan.

Lebendige Schweizer Folkloremusik
"Mit diesen Folkloreklängen wollen wir unseren Gästen zeigen, wie lebendig und reichhaltig die Schweizer Folkloremusik ist", sagt Gästeanimationsmanagerin Jasmin Scherrer von Zermatt Tourismus. Sie koordiniert die Auftritte der zehn Musikantengruppen, die jeweils Sommer in Zermatt auftreten. Sie kommen aus allen Gegenden der Schweiz, und es sind seit sieben Jahren immer wieder andere. "Die Mischung macht es aus", sagt Jasmin Scherrer, die sich immer wieder freut, wenn sie Anfragen von Formationen bekommt, die in Zermatt auftreten möchten.

Ende Juli 2012 beispielsweise ist die Gruppe "Edelweiss" zu sehen. Zu ihren Instrumenten gehört nebst dem Alphorn und dem Schwyzerörgeli auch der Büchel. Dieses Blasinstrument aus der Zentralschweiz ist eine Art kleines Alphorn, das aber schwieriger zu spielen ist. Der Büchel ist im Gegensatz zum Alphorn nicht gestreckt, sondern nur 90 cm lang und in drei Teilen nebeneinander in Windungen wie zusammengefaltet. Wer noch nie einen Büchel aus der Nähe gesehen hat, dem bietet Zermatt die Möglichkeit, dieses Instrument zu sehen und auch mit den Musikern ins Gespräch zu kommen.

Auch das Ländlerquintett Berna-Grischa tritt diesen Sommer auf. Diese Formation spielt in der klassischen Bündnerbesetzung mit zwei Klarinetten, zwei Schwyzerörgeli und einem Kontrabass. Und munter geht's weiter im Reigen der Schweizer Folkloremusik: Die "Alphornbläser vom Hüsliriet" stammen aus Uster und waren schon am grossen Alphornkonzert im Jahre 2009 auf dem Gornergrat mit dabei, als insgesamt 366 Bläser vor der Kulisse des Matterhorns spielten. Sie treten mit ihren 3,8 Meter langen Tannenholz-Alphörnern auf, die in E gestimmt sind. Diese haben einen weicheren Klang als die sonst üblichen 3,4 Meter langen Fis-Hörner.

Musik im ganzen Dorf und auf dem Berg
Die Formationen des Zermatter Folkloresommers treten im Freien auf: Auf den Plätzen am Bahnhof, bei der Kirche, bei der Post, auf der Aussichtsplattform der Gornergratbahn (3100 Meter) oder auf Sunnegga (2288 m). Die Formationen entscheiden spontan, wann und wo sie auftreten – jeweils ab ca. 9 Uhr, bis in den Abend hinein. Musikliebhaber könnten darum plötzlich irgendwo auf einer Alpweide eine Formation antreffen.

Foklorefestival und Orte der Folkloremusik
Zermatt hat aber noch viel mehr zu bieten: Immer Mitte August findet das Folklorefestival statt. Im Jahr 2012 zum 44. Mal. Dabei kommen 1200 Aktive nach Zermatt, um Musik und Brauchtum zu zelebrieren. Die zahlreichen Zuschauer, die jeweils anreisen, erleben Fahnenschwinger, Musikanten, Trachtenfrauen und –Männer, Talerschwinger, Löffeler.

An den Folklore-Abenden in Zermatt vom 18. und 25. Juli sind zudem Klänge von der Musikgesellschaft Matterhorn Zermatt zu hören. In Täsch sind an den Folkloreabenden (Donnerstags, 19.7.-16.8.) auf dem Kirchplatz Darbietung verschiedener Dorfvereine zu sehen und zu hören. Ausserdem bieten alteingesessene Zermatter Gastgeber noch mehr: Im Schwyzer Stübli beim Hotel Schweizerhof tritt im Sommer und Winter jede Woche eine andere hochkarätige Örgeli-Gruppe aus der Schweiz auf. Im Hotel Continental setzen sich die Gastgeber selber zur Örgeliformation "Nid zem lose" zusammen: Im Sommer wie es sich gerade ergibt, denn ein Mitglied der Formation ist Bergführer und darum oft unterwegs. Im Winter immer am Sonntag Abend zum Apéro zwischen 18 und 19.30 Uhr. Mit von der Partie: der Hotelier Paul Kronig, sein Bruder Josef, Henry Willi sowie Hoteliersfrau Mirja am Kontrabass.

Wer ein bergpuristisches Erlebnis sucht, mit Alpenkranz, Sonnenaufgang oder -untergang, der begebe sich zum Berggasthaus Hotel du Trift (2337 m). Die teilweise steile Bergwanderung dauert gut zwei Stunden und man überwindet 700 Höhenmeter. Aber die Mühe ist es wert: Wer etwas über die Umgebung wissen will, frage Gastgeber und Bergführer Hugo Biner – er erklärt Berge und Bergwelt in Zermatter Dialekt. Und dann plötzlich holt er sein Alphorn hervor und gibt ein Ständchen. So, wie es sich gerade ergibt.


Schwyzerörgeli

Glockenspiel Burgener

Büchel, gespielt von Flavian, Annamarie und Ramon Imlig. Bild: Franz Bühler

Zermatt Tourismus | Tel +41 27 966 81 00 | info@zermatt.ch