Sprache: Deutsch
Zermatt. No matter what
 
Sie sind hier: _ Home _ Kontakt _ Presscorner _ histoires_de_zermatt

Alphornbläser in Zermatt: Tradition und Rekord am Gornergrat

13.08.2013

Zermatt – Matterhorn – Schweiz – Alphorn. Das sind die Begriffe, die die Herzen von Gästen aus der Schweiz und dem Ausland höher schlagen lassen. Am Samstag, 17. August 2013, kommt es auf dem Gornergrat zum Weltrekord. Dann spielen über 550 Alphornbläser im Chor. Das Alphorn fasziniert. Vor allem am Fusse des Matterhorns. Wie in der ganzen Schweiz wird die Tradition des Alphornblasens auch in Zermatt gelebt.

Das Alphorn ist das Identifikations-Instrument schlechthin für Älplerchilbis, für Feste im Freien, wo Brauchtum und Tradition gelebt werden. Das Alphorn ist zusammen mit dem Schwyzerörgeli und dem Jodeln nicht aus der Schweizer Tradition und Volksmusik wegzudenken. Auch in Zermatt gibt es Alphornbläser. Sie heissen „Zermatter Alphornfreunde“. Die Formation besteht seit 1990 und hat acht Mitglieder, darunter eine Frau. Präsident seit 13 Jahren ist Martin Biner (53). Er tritt zusammen mit seiner Kollegin und seinen Kollegen an allen wichtigen Anlässen in Zermatt auf, wenn es darum geht, einen gemütlichen Rahmen zu gestalten. Die Zermatter Alphornfreunde sind jedes Jahr Teil des Zermatter Folklore Festivals, sie spielen an Festen und Hochzeiten und machen auch einmal einen Abstecher zu Touristengruppen, die das Alphorn aus der Nähe kennen lernen möchten.

Weltrektord auf dem Gornergrat
Natürlich sind die Zermatter Alphornfreunde am Samstag, 17. August 2013, auch dabei, wenn auf dem Gornergrat über 550 Alphörner den Weltrekord im Zusammenspiel aufstellen. Dabei wird ein Stück von Gilbert Kolly für drei Alphornstimmen mit dem Titel „Uf em Gornergrat“ uraufgeführt. Es dauert zweieinhalb Minuten. Ebenso kommt das längste Alphorn der Welt zum Einsatz. Es ist 47 Meter lang.

„Das Alphorn verkörpert die Flucht in die Ruhe“, sagt Peter Baumann. Er ist Präsident der Fachkommission Alphornblasen im Eidgenössischen Jodlerverband. Laut seinen Schätzungen spielen in der Schweiz rund 5000 Personen Alphorn, 2000 davon sind Mitglied des Jodlerverbandes. Dieses „weg vom Alltagsstress“, wie es Baumann nennt, führt regelmässig Personen, die schon längere Jahre im Berufsleben stecken, in die Welt der Alphörner. Allerdings: „Noch vor zehn Jahren war es der 50-jährige, der mit dem Alphorn anfing. Heute sind es immer mehr auch Junge, die diesen Ausgleich suchen“, erklärt Peter Baumann. Der Zermatter Martin Biner spielt seit 27 Jahren. Damals hatte ihm sein Vater ein Alphorn geschenkt. Seit Vater Emil Biner wird als 86-jähriger auch auf dem Gornergrat dabei sein – wohl als ältester Alphorn-Weltrekordteilnehmer.
 
Faszination Naturtöne
Es sind die mystischen Naturtöne, die das Alphorn charakterisieren. Der eigenartige Klang – Fachleute sprechen von Naturtönen – ist beruhigend. Es ist den Virtuosen vorbehalten, komplizierte, nicht eigens fürs Alphorn geschriebene Melodien zu spielen. Das Alphorn hat 16 fixe Töne und nur drei Halbtöne. Meist ist das rund drei Meter lange Instrument auf Fis gestimmt.   

Das Spielen muss geübt sein, das bekräftigt auch der Präsident der Zermatter Alphornfreunde: „Wir üben im Sommer jede Woche zwei Mal, hinzu kommen pro Sommermonat acht bis zehn Auftritte. „Im Winter haben wir sehr wenig Auftritte, aber trotzdem wird zwei Mal wöchentlich geübt“, erklärt Martin Biner. Er lacht verschmitzt und  formuliert es in Zermatter Mundart so: „Im Summer läufts vellig.“ Das heisst, es ist viel los.  
 
Noch mehr los sein wird am Samstag, 17. August. Auf die Frage, wie es sich anfühlen wird, mit über 550 Alphornbläsern im Chor zu spielen, lacht Martin Biner: „Man hört sich selber kaum.“ Er spricht aus Erfahrung, denn er war bereits beim Alphornweltrekord auf dem Gornergrat im Jahr 2009 dabei. Mehr Schwierigkeiten beim Blasen auf 3‘100 Metern Höhe werden die Bläser aus dem Unterland haben. Denn durch den Höhenunterschied könnten sie sehr kurzatmig sein. Denn Alphornblasen – das braucht Puste, viel Puste.

In der Schweiz: Seit über 500 Jahren heimisch
Die Ursprünge des Alphorns liegen im Dunkeln. Man geht davon aus, dass es schon zu Urzeiten im asiatischen Raum benutzt wurde. Die erste schriftliche Erwähnung in der Schweiz geht aber bereits auf das Jahr 1527 zurück. Somit ist sicher: Das Alphorn hat in der Schweiz eine mindestens 500-jährige Tradition. Es war vermutlich einmal Signal- und Kommunikations-Instrument auf den Alpen. Immer war es aber auch ein Spielinstrument fürs gemütliche Zusammensein nach der strengen Arbeit.
 
  Alphörner zum Sehen und Hören  

  • Montags und mittwochs im Sommer von 18 bis 19 Uhr, Schulhausplatz Walka, Zermatt
  •  
  • Samstag, 17. August 2013, Alphornweltrekordversuch auf dem Gornergrat. Spielbeginn: 11.15 Uhr. Ausweichdatum ist der Sonntag, 18. August, gleiche Zeit    
  •  
  • Samstag, 17. August 2013, 16.30 Uhr Gemeinschaftskonzert der Alphornbläser auf den Tennisplätzen, Sportplatz Obere Matten
 

Martin Biner, Präsident der Zermatter Alphornfreunde.

Der mystische Klang des Alphorns fasziniert weltweit.

Das Alphorn wird in Teile zerlegt und kann bequem in der Rückentasche herumtransportiert werden.

Zermatt Tourismus | Tel +41 27 966 81 00 | info@zermatt.ch