Wolli, zeig' her deine Beine!

Am Sonntag, 11. September 2016, findet auf Furi/ Schweigmatten das allseits beliebte Schäferfest statt. Nebst Festwirtschaft, Feldgottesdienst, Kinderspiele, Geburtstag des Destinations-Maskottchens Wolli prämieren Experten unter 140 weiblichen Tieren das schönste Schwarznasenschaf des Jahres 2016. Doch woher wissen die, das ausgerechnet dieses eine Schaf das schönste unter allen Zermatter Schönheiten ist?

Nachgefragt bei Heini Biner, Schäfer aus Zermatt

Einer, der es wissen muss, ist der 82-jährige Zermatter Schäfer Heini Biner. Schon als dreijähriger Junge lief er mit den Schafen seines Vaters mit. Der Vater schenkte Heini ein Schaf namens Uta. „An dem hatte ich einen Narren gefressen“, sagt Heini Biner, der sein ganzes Leben lang Schwarznasenschafe züchtete, parallel zu seiner Arbeit als Koch und Metzger. Bis zu 300 Schafe besass er. Heute sind es noch über 80.

Heini Biner

Heini Biner, warum glaubt ein Schäfer immer, dass sein Schaf das schönste ist?

Das liegt in der Natur der Sache. Es ist wie mit Männer und Frauen: Jeder Mann hat für Frauen einen anderen Blick (er lacht). Wenn zwanzig Schäfer zusammensitzen und reden über Schafe, dann hält jeder sein Schaf für das schönste. Und dann kommen die Experten aus dem Tal, die extra ausgebildet und pingelig sind und bewerten. Der Schäfer ist dann nicht gerade zufrieden mit dem, was der Experte über seine Schafe sagt.

Welche Kriterien legen die Experten an?

Der Typ ist sehr wichtig. Der Gang. Es muss schön breit laufen, die Beine müssen gerade sein, keine X- oder O-Beine haben. Eine schöne tiefe Brust, vorne breit stehen, schöne Hörner haben. Das sind so Kleinigkeiten, die der Schäfer nicht immer in Betracht zieht. Der schaut sein Schaf an und sagt: Das ist ein schönes Schaf – aber schlussendlich sind da die Experten und dann geht's sehr hart zur Sache. Herauszufinden, welches das Schönste ist – das ist gar nicht so einfach.

Haben Sie Ihre Kollegen manchmal beraten? Sie sind ja sehr erfahren.

Früher kamen sie zu mir und haben gesagt: „Wie soll das Schaf aussehen? Du bist ja Experte, Heini. Ist das ein gutes Schaf?“ Ich hab dann gesagt: „Das Schaf ist gut, aber Punkte verteilen, das machen die anderen.“ Nachher geben die Experten einen Punkt weniger, und die Kollegen sagen: „Eh – der Heini hat gesagt, das Schaf gibt so viel Punkte!“

Sind Schafe eigentlich so dumm, wie manchmal behauptet wird?

Das Schwarznasenschaf ist sehr intelligent. Es ist ein standorttreues Tier. Im Sommer gibt es hier oben auch mal Schnee und dicken Nebel. Das Schaf weiss immer, wo es ist und wo es heimgehen kann, wenn es sein muss. Als ich als Junge noch Schafe gehütet habe, sagte der Vater immer: Wenn ihr abends nicht wisst, wie ihr heimkommen sollt, treibt immer die Schafe vor euch her, dann kommt ihr 100%ig zum Stall.

Schwarznasenschaf Nahaufnahme
© Pascal Gertschen

Das Walliser Schwarznasenschaf – eine besondere Rasse

Das Walliser Schwarznasenschaf ist ein an die Gebirgswelt optimal angepasstes, auffallend grosses Schaf. Es ist gleichmässig bewollt, hat spiralförmige Hörner und spezifische Farbmerkmale. Charakteristisch ist die schwarze Nase. Die schwarze Färbung zieht sich bis hin zu den Augen. Ebenfalls sind die Ohren schwarz und es hat schwarze Flecken an den Beinen. Die weiblichen Tiere haben einen schwarzen Schwanzflecken.

Programm Schäferfest (Wochenende 09. - 11. September 2016)

  • Waschung der Schwarznasenschafe - Freitag, 09. September 2016
    ab 9:00 Uhr in der Waschanlage im Zen Stecken beim Forest Fun Park
     
  • Prämierung des schönsten Schwarznasenschafs - Samstag, 10. September 2016
    ab 13:30 Uhr auf Furi/Schweigmatten; Experten wählen unter 140 Schafen das schönste Schaf aus.
     
  • Schäferfest - Sonntag, 11. September 2016
    ab 11:30 Uhr auf Furi/ Schweigmatten musikalisch untermalter Feldgottesdienst mit Pfarrer Stephan Roth
     
    danach Beginn Festwirtschaft mit Ländlermusik und Festprogramm für Gross und Klein mit dem Maskottchen „Wolli“, das am Schäferfest seinen Geburtstag feiert
     
    zwischen 14 und 15 Uhr Preisverleihung „Miss Zermatt“ (das schönste Schwarznasenschaf des Jahres 2016) und „Schäfer des Jahres 2016“

 
Anreise zu Fuss via den ausgeschilderten Wanderwegen ab Winkelmatten bis Schweigmatten (45 Minuten). Wahlweise: Mit den Gondeln des «Matterhorn Express» am Ende des Dorfes erfolgt eine 10-minütige Fahrt bis Furi. Von da an dauert es 10 Gehminuten hinunter bis Schweigmatten.

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