Skilehrer: Experten auf Ski

Mit ihm fühlt man sich sicher: Der Zermatter Schneesportlehrer und Bergführer Jan Schnidrig hat die Berge im Blut. Seine Frau lernte er im Skilehrerkurs kennen.

Text: Mario Wittenwiler
Fotos: David Birri

 

"Juhui", jauchzen die beiden Schwestern Celine und Sarah Julen, als sie Jan Schnidrig, 37, in dessen Carvingspur folgen, die er gekonnt auf der frisch präparierten Piste zieht. Die beiden befinden sich in der zweijährigen Ausbildung zur Schneesportlehrerin. Und nutzen jeden freien Tag, um sich vom erfahrenen Kollegen wertvolle Tipps zu holen und gemeinsam über die Pisten des kleinen Matterhorns zu sausen.

Skischule für Anfänger und Könner

In der Schweizer Skischule Zermatt lernen nicht nur Anfänger den Sport auf zwei Brettern. Auch Könner profitieren von speziellen Kursen für Fortgeschrittene, beispielsweise im Variantenskifahren im Tiefschnee oder beim Schanzenspringen im Freestylepark.

Äusserlich entspricht Jan Schnidrig dem Stereotyp des Skilehrers aus dem Bilderbuch: braun gebrannt, mit hübschem Gesicht, braunen Locken und dem entwaffnenden Lächeln des Berglers. Schnidrig ist aber nicht nur ein Schönwetter-Skilehrer, die Berge sind bei jedem Wetter sein Zuhause. Und Schnidrig ist ein Gentlemen: Geduldig erklärt er Celine und ihrer Schwester die Bedienung eines Lawinensuchgeräts. Auch beim Einsteigen in die Ski ist er schon mal behilflich und erläutert, wie man eine Skibindung optimal und individuell auf den Fahrer einstellt.

Tradition in der Familie

Schnidrig hat die Berge quasi im Blut. Sein Vater, ebenfalls Skilehrer und Bergführer, nahm klein Jan schon als 8-Jähriger mit auf die Viertausendergipfel. Einen grossen Teil seiner Kindheit verbrachte Jan auf der Bordierhütte auf 2886 Meter über Meer im Mattertal zwischen Saas-Fee und Zermatt, wo sein Vater Hüttenwart war. Während Schnidrig in der Wintersaison als Ski- und Telemarklehrer in Zermatt tätig ist, führten ihn in der Zwischensaison Touren als Bergführer bis Patagonien, Alaska, China und in den Kaukasus. "Als Schneesportlehrer betreue ich alle – vom Bauarbeiter bis zum CEO, vom bekannten Politiker bis zum Schauspieler. Viele von ihnen darf ich zu meiner Stammkundschaft zählen", sagt Schnidrig. Der Gesprächsstoff gehe ihm dabei nie aus: "Viele der Gäste kennt man mit der Zeit recht gut, manche sind Freunde geworden."

In Zermatt kommt man auch in Kontakt mit prominenten Gästen. Jan Schnidrig weiss, was diese besonders schätzen. "Sie geniessen es, tolle Ferienerlebnisse zu haben, ohne ständig angesprochen zu werden." Er fahre mit den VIP-Gästen aber die gleichen Pisten wie mit jedem anderen Gast auch. Für das Mittagessen im Bergrestaurant schaue er dann jeweils, dass man einen ruhigen Platz erhalte.

Dem Glück ein wenig nachgeholfen

Seine Frau Viktoria hat Jan Schnidrig – wie könnte es anders sein – auf der Skipiste kennengelernt. Wobei sie dem Glück ein bisschen nachgeholfen habe: "Als Viktoria ihre Schneesportlehrerausbildung machte, war ich Skilehrerexperte. Mit ein wenig Nachhelfen von ihrer Seite landete sie schliesslich auf wundersame Weise in meiner Klasse…" Bereits gewöhnt sich die dritte Generation der Schnidrigs an das Leben auf zwei Latten im Schnee. Die Söhne Timothy, 7, Thierry, 5, und Anthony, 3, sind alle drei begeisterte Skifahrer. Für die Dreikäsehochs jeden Winter eine neue, passende Ausrüstung zusammenzustellen, bedeutet für die Familie jeweils eine ziemliche Materialschlacht. Beim gemeinsamen Besuch der Familie im Wintersportgeschäft Matterhorn Sport geht es dementsprechend turbulent zu und her.

Da die Kleinen von Jahr zu Jahr wieder aus ihrer Skiausrüstung herauswachsen, mietet Jan für seine drei Söhne das Equipment jeweils für eine Saison. Als Schneesportlehrer sei es ihm wichtig, den Gästen etwas zu geben, was sie sonst nie sehen oder erleben würden, sagt Schnidrig. „Es ist die Freude an der Natur und das Arbeiten mit Menschen, was diesen Beruf so einzigartig macht“, sagt der durchtrainierte Naturbursche. Oft könne er bei seinen Gästen mit sehr wenig extrem viel bewirken.

160 Skitage im Winter

In der Zeit von Anfang Dezember bis Mitte Mai steht Jan jeden Tag auf dem Schnee. Das macht unglaubliche 160 Skitage nur schon während der Wintersaison, die Tage als Bergführer auf Skitouren oder beim Heliskiing während des Sommers sind da noch nicht einmal miteingerechnet.

Einmal pro Jahr zieht es die fünfköpfige Familie aber in die Ferien an die Wärme, ans Meer oder ins Tessin. Nur am Strand liegen kommt für die fünf sportlichen Schnidrigs aber natürlich nicht in Frage. Auch in den Ferien gehört etwas Action dazu. "Wir schauen jeweils, dass man in der Nähe irgendwo klettern kann", erklärt Jan Schnidrig. Vorerst aber steht für den Schneesportlehrer der Spass im Schnee im Vordergrund: "Hoffen wir auf einen schneereichen Winter."

  

© Schweizer Illustrierte
Text und Bilder sind in Zusammenarbeit mit Zermatt Tourismus in der Schweizer Illustrierten-Beilage vom 04. November 2016 publiziert worden. 


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