Patrouille des Glaciers: Titelverteidiger Martin Anthamatten aus Zermatt ist bereit

An der Patrouille des Glaciers (PDG) nimmt dieses Jahr die Rekordzahl von 5‘400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil. Das Rennen findet vom 29. April bis zum 03. Mai 2014 statt. Titelverteidiger ist der Zermatter Martin Anthamatten mit seinem Team. Wie hat er sich vorbereitet, wie fühlt er sich?

Das härteste Teamrennen der Welt, das Kultrennen für Skitourenrennläufer, führt über 53 km Distanz, 4‘000 Höhenmeter und 110 Leistungskilometer. Gestartet wird in Patrouillen. Das Rennen startet in Zermatt und geht via Arolla bis Verbier. Die Dreierseilschaft von Martin Anthamatten gewann das Skitourenrennen 2010 in 05:52 Stunden. Das Rennen findet alle zwei Jahre statt. 2012 musste das Rennen wegen schlechter Witterung abgebrochen werden. Somit stehen Martin Anthamatten und seine beiden Teamkollegen Yannick Ecoeur und Florent Troillet als Titelverteidiger in Zermatt am Start. 

Wie fühlen Sie sich als Titelverteidiger?

Im Moment noch nicht speziell. Es ist ein Rennen wie jedes andere auch. Es sind viele gute Skialpinisten am Start, die auch gewinnen könnten.

Wie stimmt sich eigentlich die Mannschaft ab, um über den Gletscher am Seil zusammengehängt abfahren zu können?

Das ist jahrelange Übung. Wir trainieren seit sechs Jahren zusammen und arbeiten alle drei bei der Grenzwache. Wir kennen jede Bewegung voneinander. Somit läuft die Verständigung auch bei den heiklen Gletscherabfahrten automatisch. Es braucht kaum ein Wort. Der Stärkste führt, beim Aufstieg und bei der Abfahrt. Das heisst, ich gehe vorne, gebe den Rhythmus vor und schaue, dass die andern immer gut folgen können.

Sie haben ultraleichte Ausrüstungen. Was wiegen diese Teile?

Die Skier mit Bindung wiegen rund 800 Gramm. Hinzu kommen die Schuhe mit 600 Gramm, die Felle 100 Gramm. Das macht zusammen drei bis vier Kilogramm. Heute startet auch niemand mehr mit dem Gewehr – das war früher. Auch wenn das Rennen heute noch vom Schweizer Militär organisiert wird und es auch reine Militär-Patrouillen hat, aus der Schweiz und aus der ganzen Welt. Es war ja ursprünglich ein reines Militärrennen.

Wie war die athletische Vorbereitung?

Im Dezember haben wir ein zweiwöchiges Höhentraining auf dem Gornergrat auf 3‘000 m absolviert. Auch waren alle Wettkämpfe dieser Saison Teil des Vorbereitungstrainings. Im April machen wir nochmals ein Höhentraining auf Testa Grigia, das ist etwas höher, auf 3‘480 m. Wir machen Intervalle – ein paar Tage oben, ein paar Tage im Dorf unten. Wir drei können ein Häuschen der Grenzwache auf Testa Grigia benützen. Es kommen aber noch mehr trainierende Rennläufer hinzu, die für die Grenzwache starten.

Was hat die PDG für Zermatt und für den Skitouren-Rennsport für eine Bedeutung?

In Zermatt verlängert sich die Frühlings-Saison, weil viele Rennläufer Wochen vorher hier trainieren kommen. Das Rennen hat Kultstatus – es ist DAS Rennen im Skialpinismus. So wie die Tour de France für die Velorennfahrer. Das Rennen hat immer extrem viel Aufmerksamkeit: bei den Politikern, Medien, aber auch bei den Gästen.

Die Starts in Zermatt sind auf zwei Nächte verteilt. Wann starten Sie mit Ihrem Team – und was genau ist Ihr Rennziel?

In der Nacht vom Freitag auf den Samstag, am 03. Mai um 03.00 Uhr starten wir. Unser Ziel ist natürlich zu siegen und unseren Titel zu verteidigen. Wir drei sind top motiviert und machen alles für ein perfektes Rennen. Wir hoffen, wieder unter die sechs Stunden zu kommen. Aber das ist immer von den Verhältnissen abhängig. Wir sind überzeugt, dass der Sieg unser ist.

Wir wünschen Ihnen toi toi toi!