Gediegen in die Höhe schweben

Am 25. November 2016 konnte die neue Sesselbahn Gant-Blauherd der Zermatt Bergbahnen AG (ZBAG) eingeweiht werden. Neu heisst die Bahn Hublot-Express. Zuvor wurde monatelang gebaut – Koordinator auf der Baustelle war Fabian Imboden.

Unter der Verantwortung des Bauleiters der Zermatt Bergbahnen AG (ZBAG), Anton Lauber, schaute der technische Leiter Fabian Imboden auf den Baustellen bei Gant und Blauherd zum Rechten. Seine Koordinationsmassnahmen sorgten für den reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten. Während der Planungs- und Bewilligungsphase waren Umweltverbände, der Bauingenieur, die Bauunternehmung, der Seilbahnbauer und die ZBAG involviert. Danach schwärmten unzählige Fachleute nach Zermatt: Bauspezialisten, Mast-Konstrukteure, Mechaniker, Seilmonteure, Elektriker, Statiker und viele andere mehr.

Kamov-Helikopter im Schnelleinsatz

Für die Baustelleneinrichtung und den Bau der Betonfundamente kam die Air Zermatt zum Einsatz. "Die Helikopter haben den Beton herbeigeschafft", erklärt Fabian Imboden. Pro Fundament wurden 15 Tonnen Beton benötigt. "Nach erfolgter Vormontage auf Riffelboden kam der Kamov zur Verankerung der Stahlträger zum Einsatz", sagt er. Der Kamov ist ein zweimotoriger Helikopter für Spezialtransporte, der von seinen Fans "Schwergewichtsmeister Europas" genannt wird. "Der Grossraumhubschrauber kann auf dieser Höhe über 15 Tonnen tragen und die Ladung präzise ausklinken", führt Imboden aus. Ohne nachdenken zu müssen rattert er den Einsatzplan des riesigen Fluggerätes auswendig herunter: "Der Kamov kam aus Frankreich hergeflogen, war von 07.00 bis 13.30 Uhr im Einsatz und flog danach für weitere Schwertransporte weiter nach in Italien." Das heisst, dass in fünfeinhalb Stunden sieben Stahlstützen in die Betonsockel montiert werden konnten. Das bedeutet aber auch: Imboden hat vorher den Ablauf für den Antransport, die Vormontage und die Bereitstellung der Trägerteil-Elemente zeitgerecht organisiert. Da hilft ihm seine langjährige Erfahrung – er arbeitet seit 1993 bei der ZBAG.

Umweltschutz ein wichtiger Aspekt

Sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung achtete die ZBAG auf die Aspekte des Umweltschutzes. Sämtliche Baumaterialien wurden per Bahnwagen der Matterhorn Gotthard Bahn von Visp nach Zermatt verfrachtet. In Zermatt ging es nach dem Umlad auf die Gornergrat Bahn weiter bis Riffelboden. Hier wurden unter anderem die Stahlstützen, die Sessel und die Seilklemmen der Sessel teilmontiert und flugbereit gemacht. Danach ging es per Lastwagen nach Gant und Blauherd. Auch für den Abtransport der alten Träger und Materialien wählte man dieselbe Transportart, damit alles in die richtige Entsorgungsstätte kommt.

Seilmontage mit Traditionsunternehmen

Zuerst werde "vorgeseilt". Das heisst, dass ein dünneres Seil über die Stützen und durch die Stationen gezogen wird. Mit diesem Seil wird dann das grosse Förderseil eingezogen. Hersteller des Seils ist die Firma Fatzer. Das Unternehmen wurde bereits 1836 als Seilerei gegründet und produziert Schwerlastseile für Seilbahnen, Seile für architektonische Anwendungen sowie Windenseile. "Das 43 mm dicke Seil der neuen Sesselbahn wiegt rund 15 Tonnen", weiss Fabian Imboden. Die Firma Garaventa sorgte für die fachgerechte Seilmontage. "Das Seil auflegen ist Präzisionsarbeit. Wer das macht, bringt viel Erfahrung mit", sagt Fabian Imboden. Am Schluss wird das Seil mittels Spleiss zu einer endlosen Schlaufe gespleisst. Diese Arbeit wurde mit Personal von Fatzer und Garaventa sowie durch Mitarbeiter der ZBAG ausgeführt. Dann wird das Seil wieder auf die Stützen aufgelegt. Während des Betriebs wird das Seil hydraulisch auf Betriebsspannung gehalten.

Und natürlich weiss Imboden auch, was es sonst noch alles an Koordinations- und Bewilligungsverfahren braucht: diverse Probeläufe, Personalinstruktion, Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr, Abnahme durch die SUVA.

Und gab es bei der Konstruktion der Bahn Probleme? "Ein einziges Mal", sagt Fabian Imboden lachend. "Als die Brandschutzverglasung per Spezialtransport aus Deutschlang angeliefert werden sollte, fielen die grossen Scheiben vom Lastwagen." Damit verzögerte sich die Anlieferung. Die riesigen Scheiben wurden schliesslich drei Tage vor Eröffnung geliefert. "Das gab dann noch eine Feuerwehrübung", sagt Fabian Imboden schmunzelnd. Aber alles hat geklappt, die Jungfernfahrt fand fristgerecht statt. 

Der neue Hublot-Express

Die neue Sechser-Sesselbahn läuft seit Ende November 2016 und entflechtet das ehemalige Nadelöhr zwischen den Pistengebieten am Gornergrat und am Rothorn. Schon bei der Einweihung musst die Bahn zeigen, was in ihr steckt: Wind und Schneefall hätten fast den Einweihungsakt verhindert. Aber schliesslich sorgten die Wettergötter doch noch dafür, dass die Jungfernfahrt einen zusätzlichen romantischen Höhepunkt bot – einen farbenprächtigen Sonnenuntergang in Rosa, Gelb und Orange. Nun heisst die Sesselbahn "Hublot-Express". Die Schweizer Uhrenmarke Hublot ist langjähriger Partner der ZBAG.

Technische Daten

Förderleistung 1800 Personen pro Stunde
Transportart Sechsersessel
Anzahl Sessel 36
Geschwindigkeit 5 m/sec
Fahrzeit 3,6 Minuten
Untere Höhenlage in Gant 2‘226 m
Obere Höhenlage Blauherd 2‘604 m
Höhenunterschied 378 m
Anzahl Stützen 8
Zugseillänge 1‘965 m
Seildurchmesser 43 mm
Investition 8,2 Mio. CHF
Seilbahnunternehmen Garaventa / Doppelmayr
Seilunternehmen Fatzer, Romanshorn

 

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