Die Zermatter Himmelhelden

Die Piloten der Air Zermatt gelten als die besten Hochgebirgsflieger der Welt. Nicht nur als Bergretter sind sie und ihre Teamkollegen berühmt. Auch als Touristenflieger und Lastenträger ist der Einsatz ihrer Helikopter unverzichtbar.

Text: Zeno van Essel
Fotos: Air Zermatt

 

Pulverschnee stiebt in alle Richtungen. Der Helikopter der Air Zermatt scheint den Gebirgslandeplatz auf dem Monte-Rosa-Massiv nur hauchzart zu berühren, während die Fluggäste, tief geduckt, aussteigen, die Ski aus der Helibox fischen und dann mit dem Daumen nach oben winken: "Alles klar! Abflug!" Die Aktion dauert kaum eine Minute, schon schwirrt die Maschine in einer eleganten Kurve zurück in den stahlblauen Himmel über der Zermatter Alpenwelt.

Der schnellste Skilift der Welt

In 20 Minuten vom Rhonetal mitten ins Skiparadies von Zermatt und Cervinia auf 3‘500 Meter über Meer. Mit dem Helikopter schnell und bequem auf die Testa Grigia. Heliskiing oder Heliboarding sind die Krönung aller Schneeabenteuer. "Der schnellste Skilift der Welt", formuliert Air Zermatt salopp den Slogan für dieses exklusive Wintersport-Highlight. Es macht Zermatt als Winterdestination noch attraktiver. "Dabei ist zu bemerken, dass Heliskiing erheblich weniger umweltschädlich ist, als dies allgemein angenommen wird", sagt Philipp Perren, Verwaltungsrats-Präsident von Air Zermatt. "Ein Flug für fünf Personen auf einen der Gebirgslandeplätze rund um Zermatt verbraucht wesentlich weniger Treibstoff als die Anfahrt dieser Gäste von ihrem Wohnort in die Berge. Heliskiing und Rundflüge sind im Winter aber die einzigen kommerziellen Flüge. Dank ihnen ist es uns überhaupt möglich, die Basis in den Wintermonaten zu besetzen."

Wichtige Betriebseinnahmen

Nicht nur für den Tourismus ist Heliskiing ein wichtiger Erfolgsfaktor. Auch für das Unternehmen Air Zermatt bilden Touristenflüge einen wichtigen Teil der Betriebseinnahmen. Dazu gehören auch Rundflüge über die Alpen rund ums Matterhorn oder über den Aletschgletscher sowie Taxiflüge von den Schweizer und internationalen Flughäfen nach Zermatt. Denn allein von der Bergrettung, für die Air Zermatt weltberühmt ist, könnte das Helikopterflug-Unternehmen nicht leben. "Rettungsflüge sind bei weitem nicht kostendeckend", sagt Gerold Biner, CEO von Air Zermatt. "Wirtschaftliche Überlegungen stehen im Rettungswesen aber nie im Vordergrund. Air Zermatt und ihre Mitarbeitenden waren von Anfang an vom Hilfe-Gedanken beseelt. Ohne diesen Enthusiasmus bei jedem Einzelnen wäre Rettungsarbeit in dieser Form gar nicht möglich."

Fliegend Helfer sind unverzichtbar

Für verunglückte Berggänger ist Air Zermatt oft Retter in höchster Not. Aber auch für die lokale Bevölkerung und die in Zermatt beheimateten Unternehmen sind die fliegenden Helfer unverzichtbar. Ist im Winter die Strasse ins tief verschneite Mattertal versperrt, bleibt der Luftweg als einzige, schnellste und einfachste Verbindung zu den grossen Zentren im Wallis und im Rest der Schweiz.

Nicht nur in medizinischen Notfällen, auch bei ganz profanen Einsätzen wie beim Bau von Häusern oder bei der Versorgung von Alphütten leistet Air Zermatt hier wichtige Hilfe. Flüge, die sich lohnen: Materialtransport ist das wichtigste Standbein von Air Zermatt. Rund 60 Prozent der Flugstunden werden bei Transportflügen realisiert. Baustoffe in allen Formen und Längen fliegen dabei mit den Helikoptern zu Gebirgsbaustellen, Bergbahnen, Berghütten und Lawinenverbauungen.

Air Zermatt ist auch spezialisiert auf Holztransport. Montagen, Begrünen, Feuerlöschen und Spezialaufträge an Starkstromleitungen mit einer Arbeitsplattform.

"Diese Einsätze sind nicht nur wirtschaftlich relevant", sagt Gerold Biner. "Sie bieten unseren Piloten auch die Gelegenheit, Flugstunden zu sammeln und spezielle Flugsituationen zu trainieren. Das alles erhöht unsere Routine im Notfall." So kommt es, dass die Piloten von Air Zermatt zu den erfahrensten Hochgebirgspiloten der Welt gehören, die sogar ihre Kollegen in Nepal ausbilden. Gemeinsam mit der Rettungsstation Zermatt hat Air Zermatt im April 2011 im Himalaya eine Rettungsstation aufgebaut. Im Rahmen dieses Ausbildungsprojekts gelang den Bergrettern von Zermatt am Annapurna auf kanpp 7000 Meter über Meer die bis dahin weltweit höchste geflogene Rettung.

Für diese aussergewöhnliche Leistung wurden Helipilot Daniel Aufdenblatten und Bergretter Richi Lehner mit dem "Heroism Award" ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung in der internationalen Luftfahrt.

 

© Schweizer Illustrierte
Text und Bilder sind in Zusammenarbeit mit Zermatt Tourismus in der Schweizer Illustrierten-Beilage vom 04. November 2016 publiziert worden. 


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