Genusswandern rund um Zermatt

Ein schöner Sonntag, mit Sonnenschein und klarer Luft. Das macht Lust auf eine Wanderung. Nicht zu viele Kilometer, einfach fürs Entspannen und Eintauchen in die Landschaft. Die Wanderung führt in die herbstliche Bergwelt, natürlich an Seen vorbei und mit der gemütlichen Einkehr in die Bergrestaurants.

von  Janine Imesch

Leine geschnappt und ab in die Berge. Das war meine Devise am heutigen Sonntagmorgen, als ich aus dem Fenster schaute. Stahlblauer Herbsthimmel, kein Wölkchen, der Sonntag frei. Was will man mehr. Penny, meine 3-jährige Mittelschnauzer Hündin, schaut ganz erwartungsvoll und beobachtet, wie ich einen kleinen Rucksack packe: warme Jacke, Wasserflasche, Apfel, Portemonnaie, Sonnencreme. Mehr kommt nicht rein, denn ich freue mich jetzt schon auf die Einkehr in einem der Bergrestaurants.

Mit der Standseilbahn geht es von Zermatt hoch auf Sunnegga. Der Name macht der Aussichtsterrasse alle Ehre – die Sonne scheint, noch immer kein Wölkchen am Himmel. Ich geniesse den Ausblick. Da steht unsere Diva, das Matterhorn. Es sind nur gut sieben Kilometer Luftlinie bis zu dessen Gipfel. Aber der Anblick verzaubert immer wieder aufs Neue, so als hätte das Matterhorn magische Kräfte.

Dann geht’s weiter per Gondel bis Blauherd. Penny wird ungeduldig – jetzt ist sie am Zug, laufen, laufen, laufen. Sie bleibt aber brav in meiner Nähe und beschnuppert jeden Grasbüschel.

Eigentlich könnte ich von der Bergstation Rothorn aus starten, so jedenfalls ist es in der Ticketpauschale inbegriffen. Ich entschliesse mich für die kürzere Tour, und so nehmen wir den Wanderweg Richtung Fluhalp. Der Wind weht den Alltag recht zügig aus dem Kopf. Penny freut sich, die Umgebung zu beschnüffeln. Ich atme den Herbstduft von trockenem Gras und dem Gletscherfirn tief ein.

Stellisee mit Matterhorn

Wir nehmen uns Zeit. Doch im Nu sind wir beim Stellisee. Hier spiegelt sich das Matterhorn auf der Seeoberfläche, was den Effekt des doppelten Berges ergibt, Pyramide im Himmel, umgekehrte Pyramide auf dem Wasser. Das Hore – so nennen wir das Matterhorn – zieht den Blick immer wieder auf sich. Der Fotoapparat kommt zum Einsatz. Immer wieder. Dabei habe ich ja schon so viele Fotos von diesem Berg. Aber man kann einfach nicht anders.

Dann geht es leicht bergauf – mein erstes Ziel ist sichtbar. Die Fluhalp. Die dunkle Holzfassade und die Fenster mit den roten Holzläden sind weithin sichtbar. Auf der windgeschützten Sonnenterrasse warte ich geduldig auf die frische Bergforelle mit Rösti. Hinter dem Haus leben die Forellen im kristallklaren Bergwasser. Dann kommen sie praktisch minutenfrisch auf den Teller. Aussicht geniessen, gut essen, entspannen, Sonne tanken. Was will man mehr?

Gemütlich geht es nach ausgiebiger Rast bergab dem Bett des ehemaligen  Findelgletschers, dem kleinen Bruder des Gornergletschers entlang. Ich bin beeindruckt, die Mondlandschaft der unbewachsenen Erd- und Geröllhalde fasziniert.

Der geheimnisvolle Grindjisee

Das nächste Ziel zum Verweilen ist der Grindjisee. Dieser kleine, leicht versteckte Moorsee ist mein Liebling. Es wirkt wie ein geheimnisvolles, verzaubertes Territorium. Auf der einen Seite gurgelt leise das Wasser im sumpfigen Hochmoor, auf der anderen Seite säumen Lärchen den See. Wir sind ganz allein und es ist windgeschützt.

Penny verfolgt mit neugierigen Blicken eine dicke Hummel. Aber sie hat Respekt und kommt dem Brummer nicht zu nah. Ich schau ihr zu, dann gehen wir langsam den Berg hinunter, Richtung Findeln. Die Kapelle mit ihrer weissen Fassade ist von weitem sichtbar. Hunger habe ich nicht, aber ein Dessert wäre schon was. Im Findlerhof gibt es den berühmten lauwarmen flüssigen Schokoladekuchen mit Rahm. Ich beschliesse, ihm nicht zu wiederstehen und setze mich an einen Tisch in der gemütlichen Gaststube. Eine ganze Truppe von Zermatter Einheimischen hat dieselbe Idee. Später, satt, zufrieden und entspannt, wandere ich gemütlich im Sonnenuntergang zurück Richtung Quartier Winkelmatten. Der Wind hat sich fast gelegt, im Wald wanken die Lärchen nur noch leicht. Ein Tannenhäher krächzt. Mir ist warm ums Herz – Hund zufrieden, Frauchen zufrieden, Welt in Ordnung.

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